Glossar

Verzeichnis theologischer Begriffe

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Es gibt 31 Einträge in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben T beginnen.
Tag des Herrn
Jener eschatologische Tag, an dem der Herr Jesus Christus seine Macht erweisen wird (Hebr. jôm JHWH, gr. hēméra kyríou, vgl. Apg 2,20, 1Thes 5,2; 2Pet 3,10 u. a.; nicht zu verwechseln mit dem «Herrentag«, dem Sonntag).

Taufe mit dem Heiligen Geist
Der Akt, durch den Jesus Christus seit Pfingsten jeden wahren Gläubigen im Augenblick der Errettung durch den Heiligen Geist in die Gemeinde eingliedert (1Kor 12,13).

Taufe, von Gläubigen (Glaubenstaufe, Gläubigentaufe; auch: Credobaptismus)
Taufe, welcher ein glaubwürdiges Bekenntnis des Glaubens [beim Täufling] vorausgehen muss.

Taufe, von Kindern (Kindertaufe, Säuglingstaufe; auch: Pädobaptismus)
Die Praxis, bei welcher Kinder (o. Säuglinge) getauft werden.

Taufwiedergeburt
Die unbiblische Auffassung, dass ein Mensch bei seiner Taufe mit Wasser wiedergeboren werde und damit das ewige Leben erhalte.

teleologischer Gottesbeweis
Siehe Gottesbeweis, teleologischer.

Theismus
Glaube an einen persönlichen Gott.

Theismus, offener
Diese Theologie verwirft die biblische Sicht, nach der Gott unwandelbar und allwissend ist, und behauptet, dass Gott wachse, Dinge entdecke, die er zuvor nicht gekannt habe, und seine Meinung ändere. Gott sei das Risiko eingegangen, Menschen zu erschaffen, deren Handlungen er nicht unfehlbar habe vorherwissen können (vgl. engl. open theism).

Theodizee
Die Verteidigung der Gerechtigkeit Gottes gegen die Anklage und den Tadel, die Anwesenheit des Bösen in der Schöpfung erweise ihn als ungerecht, ohnmächtig, als beides oder als nichtexistent (von gr. theós und díkē = »Gerichtsverhandlung gegen Gott« oder »Rechtfertigung Gottes«).

Theologie im engeren Sinn
Siehe Theologie, eigentliche.

Theologie, biblische
Die Anordnung theologischer Lehren nach deren Erscheinen in der Abfolge der biblischen Bücher, im Gegensatz zur thematischen Anordnung derselben. Die biblische Theologie strebt nicht danach, die biblischen Ausdrücke in zeitgemäße Form umzuschreiben.

Theologie, eigentliche (auch: Theologie im engeren Sinn)
Die Lehre von Gott (vgl. engl. theology proper).

Theologie, historische
Das Studium der chronologischen Entwicklung theologischer Wahrheiten; auf das Christentum bezogen, das Studium der Entwicklung der christlichen Theologie seit der biblischen Zeit bis heute (auch: Dogmengeschichte).

Theologie, natürliche
Eine ohne die besondere Offenbarung der Bibel entwickelte Theologie. Sie versucht, gewisse Elemente der Theologie allein aus der Erfahrung und der Vernunft zu demonstrieren.

Theologie, reformierte
Eine Theologie, welche die Souveränität Gottes hervorhebt, besonders bezüglich der Errettung; sie hält sich eng an eine theologische Tradition, welche aus der Zeit der Reformation (16. Jh.) stammt. Manchmal fasst man Kernpunkte daraus zusammen unter der Bezeichnung »Die Lehren der Gnade«.

Theologie, systematische
Die Disziplin, welche versucht, die Gesamtheit der biblischen Lehren in stimmiger Weise zu ordnen.

Theophanie
Eine sichtbare Erscheinung Gottes, besonders im Alten Testament.

theozentrisch
Etwas, das Gott als den höchsten Wert und Mittelpunkt hervorhebt.

Tod, erster
Der leibliche Tod, die Trennung von Leib und Seele/Geist.

Tod, ewiger
Die Endgültigkeit des geistlichen Todes; die bleibende Trennung des Sünders von Gott. Siehe Tod, zweiter.

Tod, geistlicher
Trennung von Gott. Der Zustand des Ungläubigen and damit jedes Menschen von Geburt an. Die Sünde bewirkt, dass er auf geistliche Dinge nicht reagiert (1Kor 2,14) und gänzlich unfähig ist, Gott zu gefallen (Röm 8,7.8). Er muss von Gott erweckt werden.

Tod, stellvertretender
Die Tatsache, dass Jesus Christus den Tod an Stelle der Erwählten erlitt.

Tod, zweiter
Der endgültige Zustand derer, welche sterben, ohne das von Gott dargebotene Heil empfangen zu haben. Der Ausdruck findet sich in Offb 2,11; 20,6.14; 21,8.

Todsünde
Sünde, welche den geistlichen Tod nach sich zieht. Gemäß römisch-katholischer Theologie lösche die Todsünde das Leben Gottes in der Seele aus, während lässliche Sünden jenes Leben lediglich schwächten. Bei der Todsünde handele es sich um ein bewusstes und entschlossenes Trotzen gegen Gott in allem, was einer tut, während bei lässlicher Sünde eine Spannung bestehe zwischen dem Fehlverhalten und der Person, die sie begeht.

totale Verderbtheit (auch: totale Verdorbenheit)
Die biblische Lehre, dass seit Adams Sündenfall das Wesen jedes Menschen (Jesus Christus ausgenommen) von der Sünde alles durchdringend verderbt ist: keiner seiner Gedanken, Worte oder Handlungen kann daher völlig rein sein. Es bedeutet indes nicht, dass jeder Mensch notwendigerweise so böse ist, wie es irgend möglich wäre (vgl. engl. total depravity).

Traduzianismus
Der Glaube, dass die Seele zusammen mit dem Leib bei der Zeugung durch die Eltern fortgepflanzt werde (von lat. traducere = »hinüberführen«). Siehe auch (ctr.) Kreatianismus.

Transsubstantiation
Römisch-katholische Auffassung, die behauptet, dass die Substanz der Elemente des Abendmahls im Augenblick der priesterlichen Segnung in den physischen Leib und das physische Blut Christi verwandelt werden. Siehe auch Konsubstantiation.

Transzendenz Gottes
Siehe Gottes Jenseitigkeit.

Trichotomie
Dreiteilung. Die Auffassung, dass der Mensch aus drei Teilen bestehe: aus Leib, Seele und Geist (von gr. trícha = »dreifach« und témnō = »schneiden«). Siehe auch Dichotomie.

Trinität
Die Tatsache, dass Gott einer ist und doch ewig in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Typus
Ein historisches Geschehen oder eine Person, das bzw. die in einer bestimmten Weise ein späteres Geschehen oder eine spätere Person symbolisiert oder vorwegnimmt (von gr. týpos = »Urbild«, »Vorbild«; siehe den Gebrauch des Wortes in diesem Sinn in Röm 5,14 und 1Kor 10,6).