Glossar

Verzeichnis theologischer Begriffe

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Es gibt 42 Einträge in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben S beginnen.
Sabellianismus
Die Sicht, welche Sabellius im 3. Jh. vertrat; im Wesentlichen ein modalistischer Monarchianismus: Gott sei ein Wesen, eine Person, welche nacheinander drei verschiedene Erscheinungsweisen (Sabellius: gr. prósōpa = »Gesichter«, lat. personae) annehme. Siehe auch Modalismus und Patripassianismus.

Satan
Der Teufel, ein erhabener Engel, der gegen Gott rebellierte und darum aus dem Himmel gestoßen wurde. Er wurde zum Anführer des Widerstandes gegen Gott und die himmlischen Heerscharen.

Säuglingstaufe
Siehe Kindertaufe.

Schicksal, ewiges
Der zukünftige Zustand des Menschen entweder im Himmel oder in der Hölle, entweder unter Gott Segen oder unter Gott Zorn und Strafe.

Schicksalsgemeinschaft des Menschengeschlechts
Die Tatsache, dass alle Menschen vom ersten Menschenpaar abstammen und daher die Folgen der Taten Adams tragen, namentlich der ersten Sünde im Garten Eden.

Schlange
Das Wesen, welches Eva im Garten Eden versuchte. Es wird gewöhnlich angesehen als eine Erscheinungsweise Satans, da der Begriff sonst in der Schrift auf diesen bezogen wird (Offb 12,9.14.15; 20,2).

Schöpfung, neue
Diese bezieht sich auf die Wiedergeburt des Gläubigen, aber auch auf die Wiederherstellung der gesamten Schöpfung.

Schrift
Die kanonischen Bücher des Alten und des Neuen Testaments.

Schrift, die Autorität der
Siehe Bibel, Autorität der.

Seele, kreatianistische Sicht vom Ursprung der
Siehe Kreatianismus.

Seele, traduzianistische Sicht vom Ursprung der
Siehe Traduzianismus.

Semi-Pelagianismus
Diese häretische Auffassung besagt, dass der Mensch trotz des Sündenfalls von sich aus Gott lieben, Buße tun, an ihn glauben und so rettend Gutes tun könne. Er sei aus sich heraus in der Lage, bis ans Ende im Glauben zu beharren. Er sei zwar wegen des Sündenfalls nicht gesund (ctr. Pelagius), aber auch nicht tot in Sünden (ctr. Augustinus), sondern nur beeinträchtigt. Siehe auch Pelagianismus und Arminianismus.

Seminalismus (auch: Realismus oder Augustinismus)
Ansicht, dass die ganze Menschheit physisch in Adam anwesend war, als er sündigte (von lat. semen = »Same«).

Sicherheit des Gläubigen, ewige
Die Lehre, dass der aus Gott (»von oben«) geborene Gläubige das Heil nie verlieren kann, sondern durch Gottes Macht und Gnade bewahrt bleibt bis zur endgültigen Errettung. Diese Lehre wird auch »das Beharren der Heiligen« genannt (lat. perseverantia sanctorum; vgl. engl. perseverance of the saints).

Sohnschaft
Angenommensein als Sohn. Siehe auch Adoption.

Soteriologie
Die Lehre vom Heil.

souveräner Wille
Siehe Wille, souveräner.

Souveränität Gottes
Gottes Unumschränktheit und Oberhoheit über alles, und sein bis ins letzte Detail gehendes Lenken aller Geschehnisse.

Sozinianismus
Ein auf Faustus Socinus (1539–1604) zurückgehendes häretisches Lehrsystem, welches Sittlichkeit betonte, doch die Gottheit Christi, die Prädestination, die göttliche Vorkenntnis und die Erbsünde leugnete. Das Sühneleiden Christi sei lediglich ein Vorbild, nicht ein Werk, das zur Genugtuung der Gerechtigkeit des Vaters getan worden sei.

spezielle Gnade
Siehe Gnade, spezielle.

stellvertretender Tod
Siehe Tod, stellvertretender.

Stellvertretung
Die Tatsache, dass jemand die Stelle eines anderen einnimmt.

Strafe, ewige
Die nie endende Strafe, welche nicht erlöste Menschen über dieses Leben hinaus erleiden werden.

Subordinatianismus, ontologischer
Irrlehre, die die ewige Zeugung des Sohnes durch den Vater so interpretiert, als sei der Sohn dem Vater ewig untergeordnet, und damit im Wesen – wenngleich als »göttlich« bezeichnet – nachrangig.

Sühnung
Jene Wirkung des Werkes Christi, welche einerseits den Zorn Gottes bedeckt und stillt (vgl. engl. propiation von lat. propitio = »Angenehmmachung, Geneigtmachung«), und andererseits die Sünde und Rebellion des Menschen bedeckt (vgl. engl. expiation von lat. expiatio = »Reinigung, Auslöschung, Befriedigung«), beides durch Jesu Blut (d. h. sein Sterben). Eine wichtige Heilsfolge der Sühnung ist die Versöhnung: die Herstellung der Gemeinschaft des Glaubenden mit Gott.

Sühnung, begrenzte
Die biblische Auffassung von der Sühnung (o. Sühne), dass Christus »für die ganze Welt« (1Joh 2,2), aber hinsichtlich der Sünden stellvertretend nur für die Seinen, d. h. für die Auserwählten, gestorben ist (1Joh 2,2; 4,10). Sie wird auch partikulare Sühnung genannt (vgl. engl. limited atonement). Siehe auch Sühnung, unbegrenzte.

Sühnung, Beispieltheorie der
Die unvollständige Sicht, dass Jesus in seinem sühnenden Leiden uns (lediglich) ein Beispiel (o. Vorbild) von Hingabe an den Vater hinterlassen habe, welches wir nachahmen sollen.

Sühnung, Genugtuungstheorie
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der Tod Christi ein Opfer gewesen sei, das der Ehre Gottes – welche durch das ihm von Menschen angetane Unrecht verletzt wurde – Genugtuung leisten sollte (vgl. engl. satisfaction theory).

Sühnung, Lösegeld-Theorie der
Die irrige Sicht der Sühnung, nach der Christus sein Blut vergossen habe als Lösegeld, das dem Satan bezahlt werden musste, um Menschen aus dessen Herrschaft loszukaufen (vgl. engl. ransom theory).

Sühnung, Regierungstheorie der
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der hauptsächliche Effekt des Todes Christi darin liege, dass er die Heiligkeit von Gottes Gesetz und den Ernst, es zu brechen, demonstriert habe.

Sühnung, stellvertretende
Die Sicht, dass der Sühnetod Christi zugunsten und an Stelle göttlich erwählter Sünder geschah.

Sühnung, Theorie von der moralisch wirkenden
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der Effekt des Todes Christi darin liege, zu demonstrieren, wie sehr Gott den Menschen liebt, um diesen zu bewegen, Gottes Angebot des Heils anzunehmen (vgl. engl. moral influence theory).

Sühnung, Theorie von der strafrechtlichen Stellvertretung der
Die Sicht von der Sühnung, nach welcher der Tod Christi ein Opfer war, das dargebracht wurde, um die Strafe für die Sünden des an Christus Glaubenden zu bezahlen. Es wird von Gott dem Vater angenommen als Genugtuung anstelle der Strafe, welche der an Christus Gläubige erleiden müsste (vgl. engl. penal substitution theory).

Sühnung, unbegrenzte
Die Lehre, dass Christus für alle Menschen gestorben sei, also gleichermaßen für Erwählte und Nichterwählte, Glaubende und Nichtglaubende.

Sünde Adams
Die erste Sünde Adams im Garten Eden; der Sündenfall, welcher weitreichende Folgen hatte für das Menschengeschlecht.

Sünde, lässliche
Im römisch-katholischen System Sünde, welche nicht den geistlichen Tod bewirkt. Lässliche Sünden werden zwar aus eigener Wahl begangen, aber nicht in der Absicht, Gott in allem zu trotzen, was man tut.

Sünde, unvergebbare
Die Lästerung des Heiligen Geistes, eine Sünde, die Jesus als »ewig« erklärte im Gegensatz zu Sünden, die vergeben werden können (Mt 12,31–32; Mk 3,28.29; Lk 12,10). Jesus machte diese Aussage, als die Pharisäer das Werk, das er in der Kraft des Heiligen Geistes getan hatte, dem Beelzebul zuschrieben.

Sündenfall
Die einleitende Sünde des Ungehorsams Adams und Evas, welche dazu führte, dass sie ihren Stand in der Gunst Gottes verloren (1Mo 3; vgl. lat. lapsus).

Sündenfall, wörtliche Auffassung des
Der Glaube, dass der Sündenfall in Zeit und Raum an zwei historischen Persönlichkeiten geschah.

Supralapsarismus
Die Sicht, dass die Beschlüsse Gottes (logisch) in folgender Abfolge geschahen: (1) gewisse Menschen zu retten und andere zu verdammen; (2) sowohl die Erwählten als auch die Verworfenen zu erschaffen; (3) den Sündenfall zuzulassen; (4) Heil nur für die Erwählten zu bereiten. Siehe auch Infralapsarismus.

Synergismus
Die Vorstellung, dass der Mensch mit Gott zusammenwirke bei gewissen Aspekten des Heils, besonders bei der Wiedergeburt, von der gesagt wird, sie geschehe durch ein Zusammenwirken von Gottes Hilfe und dem Glauben des Menschen.

Systematische Theologie
Siehe Theologie, systematische.