Glossar

Verzeichnis theologischer Begriffe

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Es gibt 50 Einträge in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben G beginnen.
Geburt, neue
Wiedergeburt; Gottes Gabe des neuen, ewigen Lebens an den Gläubigen. (Vgl. innerer Ruf).

Gegenbild
Siehe Antitypus.

Geheimnis
Was unbekannt ist oder nur unvollständig verstanden werden kann. Paulus erklärt, dass Gott Geheimnisse offenbart hat, so dass sie nicht mehr unbekannt sind (z. B. Eph 1,9; 3,3).

Gehenna
Der hebräische Name des Tales Hinnom (2Kön 23,10). Es wurde schließlich verwendet als Bezeichnung für den endgültigen und ewigen geistlichen Zustand der Gottlosen.

Geist Gottes
Nach üblicher Auffassung ein Ausdruck, der im Alten Testament verwendet wird für den Heiligen Geist; Petrus bezeichnet ihn so in seinem Zitat von Joel 3,2 (Apg 2,18).

Geister, böse
Dämonen.

geistlich tot
Siehe Tod, geistlicher.

geistlicher Kampf
Siehe Kampf, geistlicher.

geistlicher Tod
Siehe Tod, geistlicher.

Geistlichkeit
Innige Hingabe an Gott und Ähnlichkeit mit ihm als Folge der durch den Geist gewirkten neuen Geburt und Heiligung.

Gekreuzigt mit Christus
Ein Ausdruck für die Identifikation des Gläubigen mit Christus in dessen Tod (Gal 2,20).

Gemeinde
Jene, die wahre Christusgläubige sind. Der Begriff wird im Neuen Testament verwendet sowohl für die Universalgemeinde (alle Gläubigen) als auch für die örtliche Gemeinde (eine bestimmte Gruppe von Gläubigen, die sich an einem Ort zu Jesus Christus hin versammeln).

Gemeindezucht
Die aktive Wegleitung und Führung des Benehmens und der Handlungsweise der Gemeindeglieder. Der Begriff beinhaltet unterschiedliche erzieherische Maßnahmen, vor allem Unterweisung und Zurechtweisung, welche zu verändertem Verhalten führen soll, bis hin zum Gemeindeausschluss.

Gerechtigkeit
Der Zustand, gerecht oder rein zu sein, sei es in eigener Kraft oder auf Grund von zugerechneter Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit, remunerative
Gerechtigkeit, die sich darin zeigt, dass Gott für Gehorsam gegenüber seinem Gesetz Lohn austeilt.

Gerechtigkeit, retributive
Gerechtigkeit, die sich darin zeigt, dass Gott für Ungehorsam gegenüber seinem Gesetz Strafe auferlegt.

Gewissen
Das Empfinden, dass man die Pflicht hat, das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen; nach der Auffassung einiger ein sittliches Vermögen der menschlichen Natur.

Gewissheit (des Heils)
Siehe Heilsgewissheit.

Gnade, allgemeine
Freundlichkeit, die durch Gottes umfassende Vorsehung zu allen Menschen ausgeht, z. B. Sonnenschein und Regen, die er allen Menschen schenkt.

Gnade, spezielle (auch: besondere Gnade)
Gottes Gnade, durch die er seine Erwählten von der Strafe und der Macht der Sünde errettet (Eph 2,5; Kol 1,13–14), indem er sie durch das Werk des Heiligen Geistes zur Wiedergeburt bringt und heiligt (2Kor 5,17; Tit 3,5).

Gnade, unwiderstehliche
Die Gnade Gottes beim Akt der Wiedergeburt, durch welche Gott in wirksamer Weise dem Blinden die Augen öffnet für die Herrlichkeit Christi und er dem toten Herzen des Sünders geistliches Leben gibt. Die Lehre wird zuweilen auch »wirksame Gnade« (engl. efficacious grace) genannt (vgl. engl. irresistible grace).

Gnade, vorlaufende
Verständnis von Gnade, die die von Adam auf den Menschen übertragene Schuld angeblich beseitigt oder zumindest die Auswirkungen des Sündenfalls im Menschen neutralisiert. Verwurzelt in der römisch-katholischen Theologie und später in der arminianischen Heilslehre (vgl. engl. prevenient grace von lat. praeveniens, Part. Präs. von praevenire = »zuvor kommen«).

Gnade, wirksame
Die Tatsache, dass jene, die Gott zum ewigen Leben erwählt hat, unfehlbar zum Glauben und zum Heil kommen.

Gnadenmittel
Die Kanäle, auf welchen Gott den Menschen seine Segnungen zukommen lässt.

Gnostik (auch: Gnosis)
Eine Bewegung, die schon im ersten Jahrhundert anfing. (1) Sie betonte eine besondere, höhere Wahrheit, welche angeblich nur die besonders Erleuchteten von Gott empfangen; (2) sie lehrte, dass die Materie etwas Böses sei, und (3) sie leugnete die Menschheit Jesu.

Gott-Mensch
Die menschgewordene zweite Person der Trinität, Jesus Christus.

Gottes Aseität
Siehe Aseität.

Gottes Einfachheit
Die Tatsache, dass Gott einfach und nicht aus Teilen zusammengesetzt ist (vgl. engl. simplicity = »Einfachheit«).

Gottes Einheit
Die Tatsache, dass Gott einer und nicht eine Vielzahl ist (vgl. engl. unity = »Einheit«).

Gottes Einssein
Siehe Einssein (Einheit) Gottes.

Gottes Ewigkeit
Die Tatsache, dass Gott weder Anfang noch Ende hat. Er war immer und wird immer sein.

Gottes Gnade
Gottes Handeln mit seinem Volk nicht auf Grund dessen, was es verdient, sondern nach seiner Güte und Freigebigkeit, zu Gottes Verherrlichung.

Gottes Heiligkeit
Die Tatsache, dass Gott von allem anderen und besonders von allem Bösen geschieden ist.

Gottes Herrlichkeit
Die Summe seiner Vollkommenheiten. Gottes Pracht, Erhabenheit, Großartigkeit, Hoheit, Größe , Gewicht und Majestät.

Gottes Innerweltlichkeit (o. Immanenz)
Gottes Gegenwart und Wirken innerhalb der von ihm erschaffenen Welt, in der Schöpfung und in der Geschichte.

Gottes Jenseitigkeit (o. Transzendenz)
Gottes Geschiedensein von allem Erschaffenen und seine Erhabenheit über die Schöpfung und Geschichte.

Gottes Souveränität (o. Unumschränktheit)
Gottes Oberhoheit über alles und sein bis ins letzte Detail gehendes Lenken aller Geschehnisse.

Gottes Unbegreifbarkeit (auch: Unergründlichkeit)
Die Tatsache, dass wir nie in der Lage sein werden, Gott in seiner Größe erschöpfend zu erfassen.

Gottes Unermesslichkeit
Gottes Unendlichkeit im Blick auf den Raum (lat. Omnipräsenz = »Allgegenwart«). Siehe Allgegenwart Gottes.

Gottes Unwandelbarkeit
Die Lehre, dass Gott sich nicht verändert. In gewissen griechischen Denkrichtungen wurde Gott praktisch zu einem statischen Prinzip. Recht verstanden, heißt es, dass Gottes Wesen sich nicht ändert und man sich daher bedingungslos und ohne Einschränkung auf ihn verlassen kann.

Gottes Vollkommenheit
Die absolute Vollständigkeit und Fülle Gottes. Die Summe und Einheit der Vollkommenheiten (o. Eigenschaften) Gottes. Er hat keinen Mangel noch irgendwelche sittliche Unvollkommenheit.

Gottes Zorn
Gottes Missfallen am Bösen; es zeigt sich im Gericht und im Strafen.

Gottesbeweis, kosmologischer
Ein Argument für die Existenz Gottes: Da ein jedes im Universum existierende Ding eine Ursache habe muss, muss ein Gott sein.

Gottesbeweis, moralischer
Gott sei notwendig als Erklärung für moralische Werte und moralischen Antrieb.

Gottesbeweis, ontologischer
Ein Argument, das auf rein logisches Denken aufbaut und nicht auf sinnliche Wahrnehmung des physikalischen Universums, um die Existenz Gottes zu beweisen. Eine übliche Form des Arguments ist, von Gott zu denken als jemanden, über den hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Ein solches Wesen muss existieren, denn wenn es nicht existierte, könnte man noch immer ein größeres Wesen denken, nämlich ein identisches Wesen, das ebenfalls die Eigenschaft der Existenz hat. Anselm von Canterbury und René Descartes sind die zwei bekanntesten Vertreter des ontologischen Gottesbeweises.

Gottesbeweis, teleologischer
Die zweckmäßige Ordnung des Universums müsse das Werk eines übergeordneten Entwerfers sein.

gottgehaucht
Ein Ausdruck für die Inspiration der Bibel (2Tim 3,16). Siehe Hauchung.

Gottheit
Der drei-eine Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Gottseligkeit
Gott gleichen im moralischen und geistlichen Charakter.

Grammatisch-historische Auslegung
Siehe Auslegung, grammatisch-historische.