Glossar

Verzeichnis theologischer Begriffe

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Abrahamsbund
Der Bund, den Gott mit Abraham in 1. Mose 12 schloss.

Adam, letzter
Eine Bezeichnung für Jesus Christus in 1. Korinther 15 und Römer 5, wo dieser dem »ersten Adam« (dem ersten Menschen) gegenübergestellt wird.

Adonaj
Ein hebräischer Name Gottes mit der Grundbedeutung »Herr«.

Adoptianismus
Eine christologische Falschlehre, nach der Jesus, ein bloßer Mensch, von Gott dazu erwählt wurde, zu göttlicher Sohnschaft erhöht zu werden.

Adoption
Jenes Geschehen innerhalb der Errettung, bei dem der von Gott entfremdete Sünder wiederhergestellt wird zum Verhältnis und zu den Segnungen, die dem Kind (o. Sohn) Gottes zustehen. Der Ausdruck zeugt von ausgesprochener Gunst, was mehr ist als bloße Vergebung der Sünden.

Advent
Das Kommen Christi. Der erste Advent ist sein erstes Kommen in der Menschwerdung. Der zweite Advent ist sein zukünftiges Kommen (von lat. adventus = »Ankunft«, eigentl. adventus Domini = »Ankunft des Herrn«).

allegorische Auslegung
Siehe Auslegung, allegorische.

Allgegenwart Gottes
Die Tatsache, dass Gott überall gegenwärtig ist und Zugang hat zu allen Teilen der Wirklichkeit. Eine der Vollkommenheiten Gottes. Siehe Gottes Unermesslichkeit.

allgemeine Gnade
Siehe Gnade, allgemeine.

Allmacht Gottes
Gottes Fähigkeit, alles zu tun, was zu Recht (d. h. wesensmäßig) Gegenstand seiner Macht ist. Eine der Vollkommenheiten Gottes.

Allversöhnung (auch: Universalismus).
Der unbiblische Glaube, dass am Ende alle Menschen errettet und zur Gemeinschaft mit Gott wiederhergestellt würden. (Vgl. engl. universalism).

alter Mensch.
Siehe Mensch, alter.

Ältester
Ein Vorsteher in der Synagoge, in der frühen Kirche, in der örtlichen Versammlung gewisser christlicher Gemeinden heute. Die Qualifikationen für dieses Amt sind aufgeführt in 1. Timotheus 3,1–7, Titus 1,5–9 und 1. Petrus 5,1–4.

Amillennialismus
Die Ansicht, dass es keine Periode irdischer Herrschaft Christi geben wird, weder vor noch nach seinem zweiten Kommen. Die tausend Jahre von Offenbarung 20,1–7 werden symbolisch aufgefasst und entweder auf die Vollständigkeit der Regierung Christi oder auf die Glückseligkeit der Gläubigen im Himmel bezogen. Siehe Millennium.

Ämter Christi
Besondere Stellungen und Funktionen Christi, traditionell: Prophet, Priester und König.

analogia scripturae (lat. für »Analogie der Schrift«).
Die Überzeugung, dass die Bedeutung einer Stelle in der Bibel durch die Untersuchung anderer Stellen der Bibel erhellt wird, da die Schrift eine Einheit darstellt.

Anbetung
Gott verehren, Lob und Preis darbringen (vgl. engl. worship).

Angelologie
Die Lehre von den Engeln (von gr. ángelos, »Bote, Engel« und lógos = »das Wort«, »die Lehre«).

Angelophanie
Das Erscheinen von Engeln in sichtbarer Gestalt bei bestimmten Gelegenheiten (von gr. ángelos, »Bote, Engel« und phaínesthai = »erscheinen«, »sich zeigen«).

Annihilationismus (auch: Vernichtungslehre)
Die Auffassung, dass zumindest ein Teil der Menschen beim Tod oder irgendwann danach ganz aufhören zu existieren (von lat. annihilatio = »das Zunichtemachen«).

Anthropologie
Die Lehre vom Menschen und von dessen Kultur. Die theologische Anthropologie ist die theologische Interpretation des Menschen (von gr. ánthrōpos = »Mensch« und lógos = »das Wort«, »die Lehre«).

Anthropomorphismus
Von Gott so sprechen, als hätte er menschliche Eigenschaften und menschliche Gestalt (von gr. ánthrōpos = »Mensch« und morphḗ = »Form, Gestalt«).

Anthropopathie
Von Gott so sprechen, als unterliege er menschlichen Empfindungen (von gr. ánthrōpos = »Mensch« und páthos = »Fühlen, Leiden«).

Anthropozentrismus
Die Sicht, nach welcher der Mensch und die menschlichen Werte – und nicht Gott und dessen Werte – die zentralen Tatsachen des Universums seien (wörtl. »Menschzentriertheit«, von gr. ánthrōpos = »Mensch« und lat. centrum = »Mittelpunkt«).

Antichrist
Ein Widersacher und Nachahmer Christi. Nach 1. Johannes 2,18.22; 4,3 und 2. Johannes 7 ist es ein Geist, der anwesend ist während des gesamten Zeitalters der Gemeinde. Einige haben versucht, bestimmte Personen oder Ämter mit dem Antichristen gleichzusetzen. Die Reformatoren und andere sahen im Papsttum den Antichristen. Es scheint, dass ein Geist oder ein Prinzip der Rebellion in der Welt wirksam ist, der in den letzten Tagen in einer bestimmten Person zur Vollendung kommen wird (von gr. antíchristos mit Vorsilbe antí = »gegen«, »anstatt«).

Antinomismus
Gegnerschaft gegen das Gesetz, im Besonderen ein Verwerfen der Idee, dass das Leben des Christen von Gesetzen oder Regeln bestimmt werden muss und dass Heiligung die notwendige Frucht der Rechtfertigung ist (von gr. antí = »gegen«, »anstatt« und nómos = »Gesetz«).

Antitypus (auch: Gegenbild)
Die neutestamentlichen Wirklichkeiten von gewissen Personen, Gegenständen oder Praktiken, die im Alten Testament als Typen (o. Bilder, Vorbilder) vorlagen. (Von gr. antítypos [Heb 9,24; 1Pet 3,21] = »Gegenbild« von gr. antí = »gegen«, »anstatt« und týpos = »Urbild«, »Vorbild«).

Apollinarianismus (auch: Apollinarismus)
Eine Interpretation der Person Christi aus dem 4. Jahrhundert: Der göttliche Christus habe nicht eine vollständige menschliche Natur angenommen, sondern nur das Fleisch des Menschen, wobei dessen menschliche Seele (Verstand oder gr. noûs) durch den Logos, das Wort, ersetzt worden sei. (Benannt nach Apollinaris von Laodicea dem Jüngeren, ca. 315–ca. 390 n. Chr.).

Apostasie (auch: Abfall vom Glauben).
Gewöhnlich ein bewusstes und vollständiges Verlassen des Glaubens, den man einst vertreten hat (von gr. apostasía = »Abfall«, »Abwenden«, »Wegtreten«).

Arianismus
Eine Sicht von der Person Christi, nach der er das höchste der erschaffenen Wesen sei, und daher zu Recht als ein Gott, doch nicht als der Gott bezeichnet werden könne. Benannt nach Arius von Alexandria, ca. 260–327 n. Chr.

Arminianismus
Eine Sicht, welche der calvinistischen Sicht von Prädestination widerspricht. Der Arminianismus lehrt, dass Gottes Entscheidung, gewissen Personen das Heil zu gewähren, darauf gründet, dass er vorher wisse, wer glauben wird. Er enthält auch die Idee, dass wahrhaft Wiedergeborene das Heil verlieren können, und dass bei einigen das tatsächlich geschehe. Der Arminianismus hat oft eine weniger strenge Sicht von der Verderbtheit des Menschen als der Calvinismus. Benannt nach Jacob Hermann (niederländisch Jakob Harmensz oder Hermanszoon, latinisiert Jacobus Arminius), 1560–1609.

Aseität
Die Tatsache, dass Gott aus sich selbst heraus ist, was er ist, und in nichts durch etwas außerhalb von ihm verursacht ist. Eine der Vollkommenheiten Gottes (von lat. a se = »von sich [selbst]«).

Atheismus
Der Glaube, dass kein Gott sei.

Auferstehung Christi
Die Lehre und das historische Geschehen, dass Christus am Sonntag nach der Kreuzigung zum Leben zurückkehrte (vgl. lat. resurrectio Christi).

Aufseher
Die deutsche wörtliche Übersetzung des griechischen Begriffs »Bischof« (von gr. epískopos = »Aufseher«). Es ist jemand, dem die Verantwortung übertragen ist, Aufsicht zu halten über das Werk in der Gemeinde.

Augustinismus
Siehe Realismus.

Ausgehen des Heiligen Geistes
Der ewige, notwendige und selbstunterscheidende Akt des Vaters und des Sohnes, durch welchen sie die persönliche Wesenheit des Heiligen Geistes aushauchen und ihm damit das volle göttliche Wesen mitteilen (von lat. processio Spiritus Sancti). Die Ostkirche widerspricht der von der Westkirche formulierten Fassung des Glaubensbekenntnisses von Nizäa, welches sagt, dass der Heilige Geist ausgehe vom Vater und vom Sohn (lat. filioque), und sie trennte sich darüber von der Westkirche.

Ausharren
Die Fähigkeit des Christen, durch Gottes gnädiges Befähigen in Prüfungen, Versuchungen und Widerwärtigkeiten standhaft zu bleiben (vgl. lat. perseverantia; engl. perseverance).

Auslegung
Interpretation, Erklärung, Erläuterung eines biblischen Abschnittes (vgl. engl. exposition).

Auslegung, allegorische
Eine Methode der Bibelauslegung, die einen (angeblich) tieferen Sinn als den Literalsinn oder buchstäblichen Sinn (o. Wortsinn) zu finden sucht.

Auslegung, grammatisch-historische
Interpretation der Bibel, die betont, dass ein Abschnitt erklärt werden muss im Licht von dessen Syntax, Kontext und historischem Rahmen.

Auslegung, präteristische
Eine Interpretation der Eschatologie und besonders des Buches der Offenbarung, welche annimmt, dass die dort berichteten Geschehnisse bereits eingetreten seien oder im Lauf der Geschichte noch eintreten würden.

außerbiblisch
Alle Schriften und Informationen, die nicht in der Bibel gefunden werden.

Barmherzigkeit Gottes
Gottes tiefes Mitgefühl für seine Geschöpfe (Menschen), und zwar so, dass er wohlwollende und unverdiente Güte denen erweist, die sich in einem erbarmungswürdigen oder elenden Zustand befinden. Eine der Vollkommenheiten Gottes.

bedingungslose Erwählung
Siehe Erwählung, bedingungslose.

bedingungsloser Bund Gottes
Siehe Bund Gottes, bedingungsloser.

begrenzte Sühnung
Siehe Sühnung, begrenzte.

Beharren
Siehe Ausharren.

Berufung, berufen
Gottes Ruf an Menschen zum Heil oder zu bestimmten Aufgaben im Dienst.

Besessenheit, dämonische
Der Zustand eines Menschen, der von innewohnenden Dämonen beherrscht ist.

Bewahrung
Jene Seite der göttlichen Vorsehung, in der Gott alles von ihm Erschaffene erhält, z. B. die Schöpfung, den Gläubigen, das Wort Gottes (vgl. engl. preservation).

Bibel, Autorität der
Die Lehre, dass die Bibel das Recht hat, den Glauben und die Handlungen der Christen vorzuschreiben, weil Gott, die oberste Autorität, uns die Bibel durch göttliche Inspiration gegeben hat (»normative Autorität«). Die Bibel hat auch »kausative Autorität«, kraft derer das Wort im Gläubigen das wirkt, was es sagt.

Bibel, Inspiration der
Das Wirken des Heiligen Geistes in und an den biblischen Autoren, welches dafür sorgte, dass alles, was sie schrieben, die göttliche Offenbarung zuverlässig bewahrte und damit die Bibel tatsächlich zum Wort Gottes machte.

Bibel, Kanon der
Jene Sammlung von Büchern, welche die Kirche als autoritativ angenommen hat.

Bibliologie
Die Lehre von der Bibel (»Bücher-/Bibelkunde« von gr. biblía = »Bücher« und lógos = »das Wort«, »die Lehre«).

Biblische Theologie
Siehe Theologie, biblische.

Biblizismus
Eine sehr starkes und nicht hinterfragtes sich Verpflichten gegenüber der Autorität der Bibel.

Bild Gottes
Was den Menschen von allen anderen von Gott erschaffenen Wesen unterscheidet: Der Mensch ist erschaffen im Bild Gottes selbst (1Mo 1,26).

Blasphemie
Respektloses, beleidigendes und herabsetzendes Reden über oder gegen Gott (von gr. blasphēmía = »Rufschädigung«).

Böse, Der
Siehe Satan.

Braut Christi
Eine Bezeichnung für die Gemeinde (Kirche, Versammlung).

Bund Gottes, bedingungsloser
Eine Übereinkunft mit dem Menschengeschlecht, dass Gott alles erfüllt aus dem alleinigen Grund, dass er das verheißen hat. Das steht als Gegensatz zu einem bedingten Bund, dessen Erfüllung abhängt von Handlungen oder vom Verhalten des Menschen.

Buße
Gottgemäße Traurigkeit über seine Sünde und der Entschluss, sich von ihr abzuwenden.

Calvinismus
Die Theologie des Reformators Johannes Calvin (1509–1564). Der Begriff wird in eingeengter Weise verwendet für die Lehre von der Prädestination, nach der Gott souverän einige zum Heil erwählt, nicht auf Grund von deren Verdienst oder von vorhergesehenem Glauben, sondern nach seinem freien Wohlgefallen, allein aus unverdienter Gnade.

Cessationismus
Ansicht, dass die Zeichengaben (z. B. das Vollbringen von Wundern, Gaben der Heilung, Reden in Sprachen) und die Offenbarungsgaben (d. h. der Empfang und die Verkündigung neuer Offenbarung vonseiten Gottes) verschwanden, als die Gründungsphase der Gemeinde zu Ende ging (von lat. cedere oder cessare = »weggehen, weichen, nachgeben, sich zurückziehen, verschwinden, aufhören«).

Christi Himmelfahrt
Siehe Himmelfahrt Christi.

Christliche Lehren
Die Lehren des Christentums über das Wesen Gottes, dessen Werk und dessen Beziehung zu seiner Schöpfung.

Christologie
Die Lehre von der Person und dem Werk Christi.

Christologisch
Was sich auf Christus oder noch spezifischer auf die Lehre von Christus bezieht.

Christus
(gr. für »der Gesalbte«). Titel, der Jesus als den Messias bezeichnet.

Christus als Hoherpriester
Bezeichnung eines der drei Ämter Christi; sein sühnendes und fürbittendes Wirken.

Christus als König
Bezeichnung eines der drei Ämter Christi; seine Herrschermacht.

Christus als Prophet
Bezeichnung eines der drei Ämter Christi; sein Werk des Offenbarens.

Christus als Stellvertreter
Der Gedanke, dass der Tod Christi an Stelle derer geschah, die an ihn glauben würden.

Christus, sein stellvertretender Tod
Die Tatsache, dass Jesus Christus den Tod an Stelle von bestimmten Sündern erlitt.

Christus, seine Gottheit
Die Tatsache, dass Christus Gott ist, so wie der Vater und der Heilige Geist Gott ist.

Christus, seine Impekkabilität
Der Gedanke, dass Christus nicht sündigen konnte (lat. non posse peccare = »nicht fähig sein, zu sündigen«; von lat. peccare = »sündigen«; vgl. engl. impeccability).

Christus, seine Menschheit
Die Tatsache, dass Christus ganz Mensch war, wie wir Menschen sind, nur dass er keine sündige Natur hatte und keine Sünde kannte noch tat.

Christus, seine Präexistenz
Die Tatsache, dass die Person, die in Bethlehem als Jesus von Nazareth geboren wurde, die seit ewig seiende zweite Person der Trinität ist.

Christus, seine zwei Naturen
Die Lehre, dass Jesus Christus seit seiner Menschwerdung in einer Person sowohl göttlichen als auch menschlichen Wesens ist.

creatio ex nihilo
Die Tatsache, dass Gott ohne Verwendung zuvor existierender Stoffe schuf (lat. creatio ex nihilo = »Erschaffung aus dem Nichts«).

Credobaptismus
Siehe Taufe, von Gläubigen.

Dämonen
Gefallene Engel, die jetzt unter der Führung Satans, ihres Fürsten, Böses tun.

Dämonische Besessenheit
Siehe Besessenheit, dämonische.

Davidsbund
Der Bund, in dem Gott dem David und seinen Nachkommen ein ewiges Königtum zusagte (2Sam 7; vgl. 2Chr 13,5).

Deismus
Glaube an einen Gott, der erschaffen hat, seither aber nicht mehr an der Welt und deren Geschehnissen beteiligt ist.

dekretiver Wille Gottes
Siehe Wille Gottes, verordnender.

Dichotomie
Zweiteilung. Die Sicht, dass die menschliche Natur aus zwei Teilen bestehe, dem Materiellen und dem Geistigen (d. h. Leib und Seele) (von gr. dichotomeîn [vgl. Mt 24,51; Lk 12,46] = »entzweischneiden«, »in zwei Teile spalten«). Siehe auch Trichotomie.

Doketismus
Die Auffassung, die Menschheit Jesu sei nicht echt gewesen; er habe nur scheinbar das Menschsein angenommen.

Donatismus
Abspaltung der nordafrikanischen Kirche von der westlichen Kirche im 4.–5. Jahrhundert wegen Fragen der Reinheit und Gemeinschaft der Kirche.

Donatist
Siehe Donatismus.

Ebioniten
Anhänger einer frühen christlichen Häresie, nach der Jesus Mensch, aber nicht Gott gewesen sei.

Eigenschaften Gottes
Siehe Vollkommenheiten Gottes.

Eigenschaften Gottes, mitteilbare
Siehe Vollkommenheiten Gottes, mitteilbare.

Eigenschaften Gottes, nicht mitteilbare
Siehe Vollkommenheiten Gottes, nicht mitteilbare.

eigentliche Theologie
Siehe Theologie, eigentliche.

Einssein Gottes
Die Tatsache, dass Gott, obwohl drei, doch dem Wesen nach einer ist (Einheit), und die Tatsache, dass das Wesen Gottes ungeteilt ist (Einfachheit) (vgl. engl. oneness).

Einssein mit Christus
Eine wesentliche Dimension der Heilslehre: Indem der Gläubige mit Christus einsgemacht ist in Christi sühnewirkendem Tod und Auferstehung, wird ihm Christi Gerechtigkeit zugerechnet und hat er Teil an dessen Leben, Heiligkeit und Wohlannehmlichkeit.

Ekklesiologie
Die Lehre von der Gemeinde (o. Kirche, Versammlung).

El Schaddai
Ein hebräischer Name für Gott, der seine Macht hervorhebt.

Elohim
Ein sehr häufig verwendeter hebräischer Name für Gott; es ist ein Gattungsbegriff, der sowohl für die heidnischen Götter als auch für den Gott Israels verwendet wird.

Emanation
Das »Hervorgehen« von etwas aus seinem Ursprung, die »Ausstrahlung«; auch: das »Hervorgegangene« (von lat. emanatio = »Ausfluss«; vgl. emanant = »ausstrahlend«, »hervorgehend«).

Engel, böse oder gefallene
Engel, die Gott ungehorsam wurden, aus ihrem Stand als Diener Gottes fielen und nun dem Satan dienen, dem Anführer solcher gefallenen Engel (auch: »Dämonen«).

Engel, heilige
Jene Engel, die nicht aus ihrem Stand des Gehorsams gefallen sind.

Entrückung, am Ende der Drangsalszeit (Posttribulationismus)
Die Lehre, nach der die Gemeinde durch die große Drangsal hindurch gehen muss, um dann von Christus entrückt zu werden.

Entrückung, in der Mitte der Drangsalszeit (Mediotribulationismus)
Die Lehre, nach der die Gemeinde die erste Hälfte der Drangsalszeit durchstehen muss, bevor Christus sie entrückt.

Entrückung, vor der Drangsalszeit (Prätribulationismus)
Die Lehre, nach der Christus die Gemeinde aus der Welt zu sich entrückt, bevor die 70. Jahrwoche Daniels anbricht.

Erbauung
Das Stärken des geistlichen Lebens des Christen und der Gemeinde.

Erbsünde
Die Auswirkung der Sünde Adams auf alle, die mit ihm verbunden sind. Sie regiert unser Verhalten, unabhängig davon, ob wir etwas tun, und ist da, bevor wir etwas getan haben. Die Erbsünde bezeichnet sowohl die uns zugerechnete Schuld als auch die von Adams Sünde her ererbte Verderbtheit, die auf alle Menschen, außer auf Jesus, überging (Röm 5,12ff.).

Erde, neue
Das, was Gott zusammen mit dem neuen Himmel in der Zukunft erschaffen wird (Offb 21,1). Das vollständig erlöste zukünftige Universum; es wird »neuer Himmel und neue Erde« genannt (2Pet 3,13).

Erfüllung mit dem Heiligen Geist (auch: Erfülltsein)
Die Herrschaft des Heiligen Geistes über das gesamte Leben des Christen. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist kann öfters geschehen, dies ist sogar notwendig. Man muss sie unterscheiden von der Taufe mit dem Heiligen Geist, welche (einmalig) bei der Wiedergeburt geschieht.

Erleuchtung
Das Werk des Heiligen Geistes, bei dem er dem Leser das Verständnis für die Schrift öffnet.

Errettung
Der göttliche Akt der Befreiung eines Gläubigen von der Macht und vom Fluch der Sünde und der darauffolgenden Wiederherstellung desselben zur Gemeinschaft mit Gott, für welche der Mensch ursprünglich vorgesehen war.

Errettung aus Gnade
Errettung, die verstanden wird als eine freie, vom Empfänger nicht verdiente Gabe Gottes.

Errettung, persönliche
Die Errettung, welche die Beziehung des Einzelnen zu Gott betrifft im Gegensatz zur Veränderung der Gesellschaft.

erster Tod
Siehe Tod, erster.

erwählt
Wer von Gott besonders ausgewählt ist. Der Begriff kann verwendet werden für das Volk Israel oder für Einzelne, die zum Heil oder zu bestimmten Aufgaben im Dienst ausgesondert sind.

Erwählung
Gottes Beschluss, eine bestimmte Gruppe oder gewisse Personen zum Heil oder zum Dienst zu erwählen. Der Begriff wird insonderheit verwendet für die Vorherbestimmung von Einzelnen, die das Heil empfangen sollen.

Erwählung, bedingte
Die Auffassung, dass Gottes Auswahl bestimmter Personen zum Heil abhänge von gewissen Taten, dem Glauben oder anderen Qualitäten des zu Erwählenden. Diese Qualitäten können einmalig oder beständig gefordert sein, können von Gott vorher oder aktuell gesehen werden.

Erwählung, bedingungslose
Die Auffassung, dass Gottes Auswahl bestimmter Personen nicht abhänge von Tugend oder Glauben, die bzw. den Gott bei diesen Personen (vorher) gesehen habe, sondern allein von Gottes liebender Wahl. Bedingungslose Erwählung zum Heil betrifft Personen, nicht deren Taten oder Qualitäten.

Erzengel (Oberengel)
Der einzige, der namentlich so genannt wird, ist Michael (Jud 9). In der einzigen anderen Stelle, wo der Begriff »Erzengel« vorkommt (1Thes 4,16), wird kein Name genannt. Der zweite Engel, dessen Name in der Bibel genannt wird, ist Gabriel (Dan 8,16; 9,21; Lk 1,19.26), der jedoch nicht als »Erzengel« bezeichnet wird.

Eschatologie
Die Lehre von den letzten oder ganz allgemein von den zukünftigen Dingen: der Endzeit und der mit der Wiederkunft Jesu verbundenen Ereignisse, einschließlich der Drangsalszeit, der Auferstehungen, der Gerichte und des Reiches.

essentiell (auch: essenziell)
Zum Wesen (lat. essentia) gehörig.

Eutychianismus
Die Lehre des Eutyches (378–454), dass Jesus Christus nur eine Natur gehabt habe. Siehe Monophysitismus.

Evangelium
Die Botschaft des Heils, die Gott allen verkündigen lässt zum Ergreifen im Glaubensgehorsam. Der Begriff kann auch für eines der vier ersten Bücher des Neuen Testaments stehen, in denen das Leben und die Lehren Jesu enthalten sind.

Evolution (Entwicklung)
Der Prozess, bei dem sich eine Form zu einer anderen entwickelt, insonderheit die biologische Theorie, nach der sich alle Lebensformen schrittweise aus einfacheren Formen entwickelt haben sollen.

ewige Sicherheit des Gläubigen
Siehe Sicherheit, ewige.

ewige Strafe
Siehe Strafe, ewige.

ewige Zeugung
Siehe Zeugung, ewige.

ewiges Leben
Siehe Leben, ewiges.

Exegese
Das Ermitteln des Sinnes eines Textes durch Herauslesen der Bedeutung desselben, als Gegensatz zum Hineinlesen eines vorhergefassten Sinnes in einen Text (sog. Eisegese).

Feuersee
Der Ort der ewigen Strafe für die Gottlosen. Er wird im Buch der Offenbarung sechs Mal erwähnt (Offb 19,20; 20,10.14.14.15; 21,18). Er wird auch »der See, der mit Feuer und Schwefel brennt« genannt (Offb 21,8).

Fiat-Kreationismus
Der Glaube, dass Gott durch sein Wort schuf (von lat. fiat = »es werde«). Der Begriff besagt häufig auch, dass die Schöpfung innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschah und dass es keine natürliche Entwicklung über Zwischenformen gegeben hat.

Fleisch
Die menschliche Natur. Der Begriff wird in der Bibel sowohl im buchstäblichen als auch im bildlichen Sinn verwendet: Er steht für die leibliche Beschaffenheit des Menschen sowie für dessen sündige Natur.

fleischgewordener (inkarnierter) Christus
Der Zustand Christi seit seiner Menschwerdung.

Freiheit, kompatibilistische
Die Vorstellung, dass menschliche Freiheit nicht unvereinbar sei mit Gottes souveränem Bestimmen aller Geschehnisse, zu denen auch das Denken, das Auswählen und Handeln des Menschen gehören (sog. „weicher Determinismus“) (vgl. engl. compatibilistic freedom).

Frucht des Geistes
Ein Bündel geistlicher Tugenden, die Paulus in Galater 5,22–23 anführt, z. B. Liebe, Freude, Friede.

funktionale Unterordnung
Siehe Unterordnung, funktionale.

Fürbitte Christi
Die Lehre, dass zum gegenwärtigen Dienst Christi sein Mittlerdienst vor Gott für die Erlösten gehört (Röm 8,34; Heb 7,25).

Fürbitte des Heiligen Geistes
Die Tatsache, dass der Heilige Geist für uns eintritt, wenn wir nicht wissen, was wir beten sollen (Röm 8,26–27).

futuristisch
Auf die Zukunft (lat. futurum) bezogen.

Geburt, neue
Wiedergeburt; Gottes Gabe des neuen, ewigen Lebens an den Gläubigen. (Vgl. innerer Ruf).

Gegenbild
Siehe Antitypus.

Geheimnis
Was unbekannt ist oder nur unvollständig verstanden werden kann. Paulus erklärt, dass Gott Geheimnisse offenbart hat, so dass sie nicht mehr unbekannt sind (z. B. Eph 1,9; 3,3).

Gehenna
Der hebräische Name des Tales Hinnom (2Kön 23,10). Es wurde schließlich verwendet als Bezeichnung für den endgültigen und ewigen geistlichen Zustand der Gottlosen.

Geist Gottes
Nach üblicher Auffassung ein Ausdruck, der im Alten Testament verwendet wird für den Heiligen Geist; Petrus bezeichnet ihn so in seinem Zitat von Joel 3,2 (Apg 2,18).

Geister, böse
Dämonen.

geistlich tot
Siehe Tod, geistlicher.

geistlicher Kampf
Siehe Kampf, geistlicher.

geistlicher Tod
Siehe Tod, geistlicher.

Geistlichkeit
Innige Hingabe an Gott und Ähnlichkeit mit ihm als Folge der durch den Geist gewirkten neuen Geburt und Heiligung.

Gekreuzigt mit Christus
Ein Ausdruck für die Identifikation des Gläubigen mit Christus in dessen Tod (Gal 2,20).

Gemeinde
Jene, die wahre Christusgläubige sind. Der Begriff wird im Neuen Testament verwendet sowohl für die Universalgemeinde (alle Gläubigen) als auch für die örtliche Gemeinde (eine bestimmte Gruppe von Gläubigen, die sich an einem Ort zu Jesus Christus hin versammeln).

Gemeindezucht
Die aktive Wegleitung und Führung des Benehmens und der Handlungsweise der Gemeindeglieder. Der Begriff beinhaltet unterschiedliche erzieherische Maßnahmen, vor allem Unterweisung und Zurechtweisung, welche zu verändertem Verhalten führen soll, bis hin zum Gemeindeausschluss.

Gerechtigkeit
Der Zustand, gerecht oder rein zu sein, sei es in eigener Kraft oder auf Grund von zugerechneter Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit, remunerative
Gerechtigkeit, die sich darin zeigt, dass Gott für Gehorsam gegenüber seinem Gesetz Lohn austeilt.

Gerechtigkeit, retributive
Gerechtigkeit, die sich darin zeigt, dass Gott für Ungehorsam gegenüber seinem Gesetz Strafe auferlegt.

Gewissen
Das Empfinden, dass man die Pflicht hat, das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen; nach der Auffassung einiger ein sittliches Vermögen der menschlichen Natur.

Gewissheit (des Heils)
Siehe Heilsgewissheit.

Gnade, allgemeine
Freundlichkeit, die durch Gottes umfassende Vorsehung zu allen Menschen ausgeht, z. B. Sonnenschein und Regen, die er allen Menschen schenkt.

Gnade, spezielle (auch: besondere Gnade)
Gottes Gnade, durch die er seine Erwählten von der Strafe und der Macht der Sünde errettet (Eph 2,5; Kol 1,13–14), indem er sie durch das Werk des Heiligen Geistes zur Wiedergeburt bringt und heiligt (2Kor 5,17; Tit 3,5).

Gnade, unwiderstehliche
Die Gnade Gottes beim Akt der Wiedergeburt, durch welche Gott in wirksamer Weise dem Blinden die Augen öffnet für die Herrlichkeit Christi und er dem toten Herzen des Sünders geistliches Leben gibt. Die Lehre wird zuweilen auch »wirksame Gnade« (engl. efficacious grace) genannt (vgl. engl. irresistible grace).

Gnade, vorlaufende
Verständnis von Gnade, die die von Adam auf den Menschen übertragene Schuld angeblich beseitigt oder zumindest die Auswirkungen des Sündenfalls im Menschen neutralisiert. Verwurzelt in der römisch-katholischen Theologie und später in der arminianischen Heilslehre (vgl. engl. prevenient grace von lat. praeveniens, Part. Präs. von praevenire = »zuvor kommen«).

Gnade, wirksame
Die Tatsache, dass jene, die Gott zum ewigen Leben erwählt hat, unfehlbar zum Glauben und zum Heil kommen.

Gnadenmittel
Die Kanäle, auf welchen Gott den Menschen seine Segnungen zukommen lässt.

Gnostik (auch: Gnosis)
Eine Bewegung, die schon im ersten Jahrhundert anfing. (1) Sie betonte eine besondere, höhere Wahrheit, welche angeblich nur die besonders Erleuchteten von Gott empfangen; (2) sie lehrte, dass die Materie etwas Böses sei, und (3) sie leugnete die Menschheit Jesu.

Gott-Mensch
Die menschgewordene zweite Person der Trinität, Jesus Christus.

Gottes Aseität
Siehe Aseität.

Gottes Einfachheit
Die Tatsache, dass Gott einfach und nicht aus Teilen zusammengesetzt ist (vgl. engl. simplicity = »Einfachheit«).

Gottes Einheit
Die Tatsache, dass Gott einer und nicht eine Vielzahl ist (vgl. engl. unity = »Einheit«).

Gottes Einssein
Siehe Einssein (Einheit) Gottes.

Gottes Ewigkeit
Die Tatsache, dass Gott weder Anfang noch Ende hat. Er war immer und wird immer sein.

Gottes Gnade
Gottes Handeln mit seinem Volk nicht auf Grund dessen, was es verdient, sondern nach seiner Güte und Freigebigkeit, zu Gottes Verherrlichung.

Gottes Heiligkeit
Die Tatsache, dass Gott von allem anderen und besonders von allem Bösen geschieden ist.

Gottes Herrlichkeit
Die Summe seiner Vollkommenheiten. Gottes Pracht, Erhabenheit, Großartigkeit, Hoheit, Größe , Gewicht und Majestät.

Gottes Innerweltlichkeit (o. Immanenz)
Gottes Gegenwart und Wirken innerhalb der von ihm erschaffenen Welt, in der Schöpfung und in der Geschichte.

Gottes Jenseitigkeit (o. Transzendenz)
Gottes Geschiedensein von allem Erschaffenen und seine Erhabenheit über die Schöpfung und Geschichte.

Gottes Souveränität (o. Unumschränktheit)
Gottes Oberhoheit über alles und sein bis ins letzte Detail gehendes Lenken aller Geschehnisse.

Gottes Unbegreifbarkeit (auch: Unergründlichkeit)
Die Tatsache, dass wir nie in der Lage sein werden, Gott in seiner Größe erschöpfend zu erfassen.

Gottes Unermesslichkeit
Gottes Unendlichkeit im Blick auf den Raum (lat. Omnipräsenz = »Allgegenwart«). Siehe Allgegenwart Gottes.

Gottes Unwandelbarkeit
Die Lehre, dass Gott sich nicht verändert. In gewissen griechischen Denkrichtungen wurde Gott praktisch zu einem statischen Prinzip. Recht verstanden, heißt es, dass Gottes Wesen sich nicht ändert und man sich daher bedingungslos und ohne Einschränkung auf ihn verlassen kann.

Gottes Vollkommenheit
Die absolute Vollständigkeit und Fülle Gottes. Die Summe und Einheit der Vollkommenheiten (o. Eigenschaften) Gottes. Er hat keinen Mangel noch irgendwelche sittliche Unvollkommenheit.

Gottes Zorn
Gottes Missfallen am Bösen; es zeigt sich im Gericht und im Strafen.

Gottesbeweis, kosmologischer
Ein Argument für die Existenz Gottes: Da ein jedes im Universum existierende Ding eine Ursache habe muss, muss ein Gott sein.

Gottesbeweis, moralischer
Gott sei notwendig als Erklärung für moralische Werte und moralischen Antrieb.

Gottesbeweis, ontologischer
Ein Argument, das auf rein logisches Denken aufbaut und nicht auf sinnliche Wahrnehmung des physikalischen Universums, um die Existenz Gottes zu beweisen. Eine übliche Form des Arguments ist, von Gott zu denken als jemanden, über den hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Ein solches Wesen muss existieren, denn wenn es nicht existierte, könnte man noch immer ein größeres Wesen denken, nämlich ein identisches Wesen, das ebenfalls die Eigenschaft der Existenz hat. Anselm von Canterbury und René Descartes sind die zwei bekanntesten Vertreter des ontologischen Gottesbeweises.

Gottesbeweis, teleologischer
Die zweckmäßige Ordnung des Universums müsse das Werk eines übergeordneten Entwerfers sein.

gottgehaucht
Ein Ausdruck für die Inspiration der Bibel (2Tim 3,16). Siehe Hauchung.

Gottheit
Der drei-eine Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Gottseligkeit
Gott gleichen im moralischen und geistlichen Charakter.

Grammatisch-historische Auslegung
Siehe Auslegung, grammatisch-historische.

Hamartiologie
Die Lehre von der Sünde.

Häresie
Ein Glaube oder eine Lehre, welche der Bibel und der christlichen Theologie widerspricht.

Hauchung
Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der in 2. Timotheus 3,16 gemachten Aussage, dass die Schrift gott-gehaucht ist, verwendet wird. In der Theologie auch ein einzigartiger Ausdruck, um von dem Mittel zu sprechen, wodurch der Heilige Geist »vom Vater hervorgeht« (von lat. spiratio von lat. spirare = »atmen, hauchen«; vgl. engl. spiration).

Haupt
Der Körperteil, der hervorragt und den ganzen Leib steuert. Daher wird Christus als Haupt der Gemeinde und aller Dinge (Eph 1,10.22.23) bezeichnet.

Heiliger Geist
Die dritte Person der Trinität, ganz Gott und ganz Person.

Heiligung
Der Begriff bezieht sich auf die anfängliche Errettung und auf den darauffolgenden Prozess, in dem der Errettete Christus immer ähnlicher wird, welcher in die endgültige Heiligung und Verherrlichung mündet.

Heilsgewissheit
Die von Gott dem Gläubigen gegebene Gewissheit, dass er wahrhaft gerettet ist.

Heilsordnung
Die traditionell vertretene Sicht der Abfolge der verschiedenen Teile des Heilswerkes, z. B.: Wiedergeburt, Bekehrung, Rechtfertigung, Heiligung (lat. ordo salutis).

Hermeneutik
Die Wissenschaft von der Auslegung der Schrift.

Herrentag
Der erste Tag der Woche; Sonntag (Offb 1,10). Siehe auch (ctr.) Tag des Herrn.

Herrschaft Christi
Die Autorität Jesu Christi über alle Dinge, vor allem, wie sie sich bekundet im Leben des Christen.

Herrschaft Christi und Errettung
Die Lehre, dass rettender Glaube charakterisiert ist durch Buße über die Sünde und die Annahme Jesu Christi als Herrn und als Retter (Röm 10,9; Eph 2,8–10; 1Thes 1,9–10) (vgl. engl. lordship salvation).

Himmel
Der zukünftige Wohnort der Gläubigen, ein Ort vollkommenen Glücks und vollkommener Freude. Besonders zeichnet er sich aus durch die Gegenwart Gottes.

Himmelfahrt Christi
Der leibliche Abschied des Herrn von der Erde und die Rückkehr in den Himmel am vierzigsten Tag nach seiner Auferstehung (Lk 24,51; Apg 1,9; vgl. lat. ascensio Christi).

Historische Theologie
Siehe Theologie, historische.

Hölle
Der Ort der zukünftigen Strafe der Gottlosen oder Ungläubigen. Es ist ein Ort großen Jammers, an den Gott nicht Segen, sondern nur Gericht bringt.

Homiletik
Die Wissenschaft und Kunst, eine Predigt vorzubereiten und zu halten.

homoousios
Ein von rechtgläubigen Christen verwendeter Begriff (gr. für »wesensgleich«), besonders von Athanasius und dessen Nachfolgern, um darauf zu bestehen, dass Jesus gleichen (und nicht nur ähnlichen) Wesens mit dem Vater ist.

Hymnus (auch: Hymne)
Ein Hymnus ist ein feierlicher Preis- und Lobgesang, im Christlichen ein geistliches Lied zum gemeinsamen Lob und zur Verehrung Gottes. Der Text des Hymnus ist als Gedicht gestaltet. Die Bibel enthält viele Hymnen zur Anbetung Gottes (von gr. hýmnos = »(Fest)gesang, (Lob)lied, Hymnus, Hymne« [Eph 5,19; Kol 3,16], vgl. hymnéō/hymneîn = »(be)singen, ein Loblied singen, preisen, (im Gesang) verherrrlichen« [Mt 26,30; Mk 14,26; Apg 16,25; Heb 2,12]).

Hypostasis (auch: Hypostase)
Das griechische Wort für die lateinischen Begriffe »Substanz« oder »Natur«; die wirkliche oder wesensmäßige Natur einer Sache im Unterschied zu deren Eigenschaften. In der christlichen Theologie wird der Begriff verwendet für eine jede der drei unterschiedenen Personen innerhalb der Trinität und besonders für Christus, die zweite Person der Trinität; auch wenn man von seinen beiden Naturen spricht, der göttlichen und der menschlichen.

Hypostatische Union
Die Einheit der göttlichen Natur und der menschlichen Natur Jesu in der einen Person Jesus Christus; diese Naturen sind nicht vermischt und unverändert, nicht getrennt und nicht geschieden.

Imago Dei
Lat. für »Bild Gottes«.

immanent
Innerhalb existierend oder bleibend, innewohnend, innerweltlich (von lat. immanere = »innewohnen«).

Immanenz
Siehe Gottes Innerweltlichkeit.

Immanuel
Ein hebr. Name Jesu, der »Gott mit uns« bedeutet.

Impekkabilität
Der Gedanke, dass Christus nicht sündigen konnte (von lat. peccare = »sündigen«; vgl. engl. impeccability).

Imputation
Siehe Zurechnung.

Inerranz
Siehe Irrtumslosigkeit (von lat. inerrantia).

Infallibilität
Siehe Unfehlbarkeit (von lat. infallibilitas).

Infralapsarismus
Eine Sicht innerhalb des Calvinismus, gemäß welcher der Beschluss des Sündenfalles der Erwählung logisch vorausging. Die Abfolge der göttlichen Beschlüsse sei demnach (1) Menschen zu erschaffen; (2) den Sündenfall zuzulassen; (3) einige zu retten und andere zu verdammen; (4) Heil zu bereiten nur für die Erwählten. Siehe auch: Supralapsarismus.

Inkarnation (Fleischwerdung)
Menschwerdung Christi, des Sohnes Gottes (Joh 1,14; 1Tim 3,16; Heb 2,14; 1Joh 4,2).

inkarnierter (fleischgewordener) Christus
Der Zustand Christi seit seiner Menschwerdung.

Innerweltlichkeit
Siehe Gottes Innerweltlichkeit.

Innewohnung
Die Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen.

Inskripturation
Siehe Verschriftung.

Inspiration der Bibel
Siehe Bibel, Inspiration der.

Inspiration, verbale
Die Lehre, dass der Heilige Geist die biblischen Schreiber so leitete, dass sogar die einzelnen Worte und Wörter und Details genau so sind, wie Gott sie geschrieben haben wollte (auch: »Verbalinspiration«; vgl. engl. verbal inspiration).

Inspiration, volle
Die Sicht, dass die gesamte Schrift – und nicht lediglich einige Bücher oder nur einige Abschnitte oder nur gewisse Arten des Inhaltes – inspiriert ist (auch: »vollständige Inspiration«; vgl. engl. plenary inspiration).

Irrtumslosigkeit (auch: Inerranz)
Die Tatsache, dass die Bibel vollständig wahr und wahrhaftig ist in allem, was sie lehrt.

Jerusalem, das neue
In Offenbarung 3,12 und 21,2 steht es für die Gemeinde in ihrem endgültigen Zustand.

Jesus Christus
Ein zusammengesetzter Name für die menschgewordene zweite Person der Trinität. Jesus verweist auf den Mann von Nazareth, und Christus ist griechisch für den Titel »Messias«, das »Gesalbter« bedeutet. In Apostelgeschichte 5,42 wird er Jesus, der Christus genannt. Das wurde, wie es scheint, verkürzt zur Form Jesus Christus.

Jesus von Nazareth
Der Name, der dem von der Jungfrau Maria geborenen Kind gegeben wurde, das vom Heiligen Geist und durch dessen Einwirken gezeugt worden war.

Jungfrauengeburt
Die Tatsache, dass Jesus von Maria nicht empfangen wurde durch geschlechtlichen Umgang mit einem Mann, sondern durch die wunderwirkende Kraft des Heiligen Geistes.

Kampf, geistlicher
Der Kampf des Christen gegen die geistlichen Mächte der Bosheit (Eph 6,10–17).

Kanon
Die Sammlung der Bücher, die von der Kirche als autoritativ angesehen werden.

Kanonisierung
Der Prozess, der dazu führte, dass man die zum Kanon gehörigen Bücher anerkannte.

kenosis
Der Begriff besagt, dass Christus sich selbst entäußerte, indem er Menschennatur annahm (Phil 2,7) und damit in seinem Wirken dem Vater untergeordnet wurde, womit er göttliche Eigenschaften teilweise verhüllte, wenn er sie auch nicht ablegte (aus dem Gr. für »Entleerung«).

Kindertaufe (Säuglingstaufe)
Die kirchliche Praxis, Kinder (Säuglinge) zu taufen.

Kirchenväter
Die Leiter der Kirche in der Zeit, die auf die neutestamentliche folgte.

Kompatibilistische Freiheit
Siehe Freiheit, kompatibilistische.

Konsubstantiation (auch: Realpräsenz)
Diese lutherische Auffassung behauptet, dass während der Mahlfeier Christi Leib und Blut »in, mit und unter« den Elementen des Abendmahls »real präsent« (wirklich gegenwärtig) seien. Siehe auch Transsubstantiation.

Kosmologischer Gottesbeweis
Siehe Gottesbeweis, kosmologischer.

Kreatianismus
Der Glaube, dass Gott direkt jede einzelne Seele bei der Zeugung erschafft. Mit anderen Worten: die Seele werde nicht von den Eltern übertragen. (Zu unterscheiden vom »Kreationismus«, dem Glauben an einen Schöpfer-Gott). Siehe auch (ctr.) Traduzianismus.

Laienälteste
Amtsträger, die in der Gemeinde Leiterschaft (Leitungsdienste) ausüben, ohne formal ordiniert zu sein.

Lamm Gottes
Von Johannes dem Täufer verwendete Bezeichnung für Jesus, der die Sünde der Welt wegnimmt, indem er in seiner eignen Person die Strafe für die Sünde trägt (Joh 1,29.36; 1Kor 5,7; 1Pet 1,18.19).

Lamm ohne Fehl und ohne Flecken
Jesus, das vollkommene Opfer (1Pet 1,19).

Leben, ewiges
Das dem Gläubigen gegebene geistliche Leben; es übersteigt das natürliche Leben in der Beschaffenheit und es erstreckt sich über dieses Leben hinaus in die Ewigkeit.

Leib, neuer
Der Leib, den der Gläubige in der Auferstehung empfangen wird.

Leib, verherrlichter
Der Auferstehungsleib, der vollendete zukünftige Leib.

Leib, verweslicher
Die physische Natur des Menschen, welche dem Tod und der Verweslichkeit unterliegt.

Liberalismus
Jegliche Bewegung, die dafür offen ist, traditionelle Lehren und Praktiken des Christentums neu zu definieren oder zu ändern.

Literalismus
Biblische Übersetzung oder Interpretation, die den Sinn der Sprache im einfachsten, offenkundigsten und oft konkretesten Sinn auffasst.

Mediotribulationismus
Siehe Entrückung, in der Mitte der Drangsalszeit.

Mensch der Sünde
So wird in 2. Thessalonicher 2,3 nach dem gr. Mehrheitstext übersetzt (gr. ánthrōpos tês hamartías), wo es um den Antichristus geht. Der Nestle-Aland-Text hat hier »Mensch der Gesetzlosigkeit« (gr. ánthrōpos tês anomías).

Mensch, alter
Von Paulus verwendeter Begriff für den nicht wiedergeborenen Menschen oder für den Menschen, der sich außerhalb der Errettung in Christus befindet (Röm 6,6; Eph 4,22–24; Kol 3,9.10). Er bildet den Gegensatz zum neuen Menschen.

Mensch, natürlicher
Der Mensch in seinem unerlösten Zustand außerhalb der Errettung in Jesus Christus.

Mensch, neuer
Ein von Paulus verwendeter Begriff für den wiedergeborenen Menschen (Eph 4,22–24; Kol 3,9.10)

Menschenzentriertheit
Siehe Anthropozentrismus.

Millennialismus
Der Glaube an eine tausendjährige Herrschaft Jesu Christi, ob gegenwärtig oder zukünftig. Siehe Millennium.

Millennium (tausendjähriges Reich)
Die tausend Jahre, in denen Christus über die Erde herrscht. Gemäß der Lehre des Prämillennialismus wird Christus nach seinem zweiten Kommen sein tausend Jahre dauerndes Reich auf der Erde aufrichten.

Mittler
Jemand, der zwischen zwei Parteien steht und sie miteinander zu versöhnen sucht. Jesus Christus ist der einzige rettende Mittler zwischen Gott und dem Menschengeschlecht.

Modalismus
Die Auffassung, dass die drei Personen der Trinität nicht drei unterschiedene Personen, sondern drei verschiedene Erscheinungsweisen (modi) Gottes in seinem Wirken seien. Siehe auch Patripassianismus und Sabellianismus.

Monarchianismus
Ein Verständnis von Gott, das dessen Einheit betonte, eine Bewegung besonders im zweiten und dritten Jahrhundert. Er trat in zwei Varianten auf: im dynamischen und im modalistischen Monarchianismus.

Monarchianismus, dynamischer (auch: adoptianistischer Monarchismus)
Eine Sicht, nach der alleine der Vater Gott sei, Jesus hingegen mit Gott nicht wesensgleich gewesen sei, sondern dass Gott in ihm zumindest zeitweilig durch eine unpersönliche göttliche Kraft (dem logos) gewohnt und gewirkt habe.

Monarchianismus, modalistischer
Eine Bewegung, welche die Trinität interpretierte als aufeinander folgende Erscheinungsweisen des einen Gottes: Er sei erschienen zuerst als Vater, dann als Sohn und schließlich als Heiliger Geist (sog. Metamorphosen). Die Bewegung begann im dritten Jahrhundert (siehe auch: Modalismus, Sabellianismus, Patripassianismus).

Monergismus
Die biblische Lehre, dass die Wiedergeburt ausschließlich durch Gottes Wirken geschieht (von gr. mónos = »einer«/»allein« und érgon = »Werk«).

Monismus
Eine Philosophie oder Theologie, welche alle Wirklichkeit als Ausdruck eines einzigen Grundprinzips ansieht; eine Sicht, nach der die Wirklichkeit nur von einer einzigen Substanz sei.

Monophysitismus
Die häretische Sicht, dass Jesus Christus nur eine Natur (o. Wesen) gehabt habe (von gr. mónos = »einzig« und phýsis = »Natur«).

moralischer Gottesbeweis
Siehe Gottesbeweis, moralischer.

Mosebund
Die Sammlung der Gesetze, die Gott durch Mose gab.

Naherwartung
Bezogen auf das zweite Kommen Christi, die Erwartung, dass er jederzeit kommen könne.

natürliche Theologie
Siehe Theologie, natürliche.

Nestorianismus
Eine häretische Sicht, welche Christus letztlich in zwei Personen aufteilt, eine göttliche und eine menschliche.

neue Erde
Siehe Erde, neue.

neue Geburt
Siehe Geburt, neue.

neue Schöpfung
Siehe Schöpfung, neue.

neuer Leib
Siehe Leib, neuer.

neuer Mensch
Siehe Mensch, neuer.

Offenbarung
Das Bekanntmachen einer Sache, die unbekannt war, das Enthüllen des Verhüllten.

Offenbarung, allgemeine
Offenbarung, die allen Menschen zu allen Zeiten zugänglich ist, namentlich durch die Schöpfung.

Offenbarung, besondere
Die Tatsache, dass Gott sich zu bestimmten Zeiten und Orten durch besondere Geschehnisse offenbart hat; Beispiele sind der Auszug aus Ägypten und Jesajas Gesicht in Jesaja 6. Ebenfalls Bezeichnung für die Heilige Schrift.

Offenbarung, fortschreitende
Die Lehre, nach der spätere Offenbarung aufbaut auf den vorher gegebenen Offenbarungen. Demgemäß enthält sie Wahrheiten, die davor nicht bekannt waren.

offener Theismus
Siehe Theismus, offener.

ontologischer Gottesbeweis
Siehe Gottesbeweis, ontologischer.

ontologischer Subordinatianismus
Siehe Subordinatianismus, ontologischer.

ordo salutis
Siehe Heilsordnung.

ousia
Meist verwendet für die ungeteilte Natur Gottes, für sein Wesen (von gr. ousía = »Wesen«).

Pädobaptismus
Siehe Taufe, von Kindern.

Pantheismus
Der Glaube, dass alles göttlich sei, womit der Unterschied zwischen Schöpfer und Schöpfung aufgehoben wird (von gr. pân = »alles« sowie theós = »Gott«).

Paraklet
Ein griechischer Begriff (paráklētos) für den Heiligen Geist (Joh 14,16.26; 15,26; 16,7) und für Jesus Christus (1Joh 2,1). Er wird gewöhnlich übersetzt mit »Tröster« oder »Beistand«.

Patripassianismus
Die Vorstellung, dass der Sohn Gottes eigentlich der Vater gewesen sei, der sich in anderer Gestalt offenbart habe, und dass daher eigentlich der Vater in der Gestalt des Sohnes am Kreuz gelitten habe und gestorben sei. Siehe auch Modalismus und Sabellianismus.

Pekkabilität
Der Gedanke, dass Christus hätte sündigen können, obwohl er es nicht getan hat (lat. posse non peccare = »fähig sein, nicht zu sündigen«; von lat. peccare = »sündigen«; vgl. engl. peccability).

Pelagianismus
Diese häretische Theologie geht zurück auf Pelagius (ca. 350/360–ca. 418/420); sie betont das Vermögen und den freien Willen des Menschen und leugnet dessen Verderbtheit und Sündhaftigkeit. Nach Meinung der Pelagianer sei es möglich, ohne Sünde zu leben. Die Auswirkung der Sünde Adams auf seine Nachkommen liege lediglich in der Nachahmung eines schlechten Vorbildes.

Perfektionismus
Die unbiblische Sicht, dass es dem Gläubigen hier auf Erden möglich sei, einen Zustand zu erreichen, in dem er nicht mehr sündige.

persönliche Errettung
Siehe Errettung, persönliche.

Pneumatologie
Die Lehre vom Heiligen Geist.

Polytheismus
Der Glaube an eine Vielheit von Göttern.

Postmillennialismus
Die Auffassung, nach der Christus erst am Ende des tausendjährigen Reiches wiederkomme. Das bedeutet, dass er während jener tausend Jahre geherrscht hätte, ohne im Leib gegenwärtig zu sein.

Posttribulationismus
Siehe Entrückung, am Ende der Drangsalszeit.

Prädestination
Allgemein gesprochen, Gottes ewiges, von niemandem beeinflusstes Bestimmen aller Dinge; mehr spezifisch Gottes ewige Auswahl jener, welche errettet werden und jener, welche er sich selbst überlässt und ihrer Sünden wegen verdammt.

Präexistenz
Eine Existenz vor diesem Leben. Im klassischen Christentum wird der Begriff verwendet für die zweite Person der Gottheit vor deren Menschwerdung als Jesus von Nazareth.

Prämillennialismus
Der Glaube, dass Christus wiederkommen und seine tausend Jahre dauernde irdische Regierung aufrichten wird.

Präteristische Auslegung
Siehe Auslegung, präteristische.

Prätribulationismus
Siehe Entrückung, vor der Drangsalszeit.

präzeptiver Wille Gottes
Siehe Wille Gottes, vorschreibender.

Prolegomena
Häufig verwendete Bezeichnung für einleitende Erörterungen zu theologischen Themen (Plural von Prolegomenon; gr. für »Vorrede«; wörtlich: »vorher Gesagtes«).

Prophetie
Allgemein gesprochen, das von Gott aufgegebene Aussprechen oder Verkündigen einer Botschaft, ähnlich dem Predigen; mehr spezifisch das unfehlbare Kundgeben von göttlicher Offenbarung, oft (aber nicht beschränkt auf) das Vorhersagen kommender Ereignisse.

propitiatio
Die Tatsache, dass Christus unsere Sünden gesühnt (3Mo 16,6.10; Heb 2,17; 1Joh 2,2; 4,10) und damit dem Zorn Gottes Genüge getan hat (aus dem Lat. für »besänftigen«; vgl. engl. propitiation).

propositionale Wahrheit
Siehe Wahrheit, propositionale.

quieszent
ruhig o. still sein (lat. quiescere). Vgl. Qui­es­zenz = »Ruhe(zu)stand«.

Ratschluss Gottes
Jene Entscheidung Gottes in der Ewigkeit, welche alles sicherstellt, was in der Zeit geschieht.

Realismus (auch: Augustinismus oder Seminalismus)
Ansicht, dass die ganze Menschheit physisch in Adam anwesend war, als er sündigte.

Rechtfertigung durch den Glauben
Die Deklaration vonseiten Gottes, dass der Mensch alleine durch Glauben und Vertrauen auf das Werk Christi statt auf seine eigenen Leistungen in einen Stand der Gerechtigkeit gestellt worden ist. Siehe auch Zurechnung der Gerechtigkeit Christi.

Reformierte Theologie
Siehe Theologie, reformierte.

Reich Gottes
Die Regierung Gottes, sei es inwendig im Herzen des Menschen oder äußerlich auf der Erde.

Reich, mediatorisches
Das Reich des Menschen Christus Jesus, das dieser als der eine Mittler zwischen Gott und Menschen (1Tim 2,5) regiert. Zu unterscheiden vom universalen Reich, das Gott (und damit auch Gott der Sohn) als Schöpfer und Gott beherrscht (vgl. engl. meditorial kingdom).

Richterstuhl
Die Plattform, auf der zivile Beamte bei Gerichtsverhandlungen sitzen. Der Begriff wird verwendet für das Endgericht, bei dem die wahren Gläubigen sich vor Christus verantworten müssen (vgl. gr. bêma in Mt 27,19; Joh 19,13; Apg 7,5 [dort bedeutet bêma »Fußbreit«]; 12,21; 18,12.16.17; 25,6.10.17 für irdische Gerichte und Röm 14,10 und 2Kor 5,10 für den Richterstuhl Gottes bzw. Christi).

Ruf, wirksamer (auch: innerer Ruf)
Gottes unwiderstehbare (o. unwiderstehliche), rettende Gnade, die an den Erwählten so wirkt, dass sie – lebendig gemacht – mit Buße und Glauben reagieren (Eph 2,4–5; 2Tim 1,9; vgl. engl. effectual call).

Sabellianismus
Die Sicht, welche Sabellius im 3. Jh. vertrat; im Wesentlichen ein modalistischer Monarchianismus: Gott sei ein Wesen, eine Person, welche nacheinander drei verschiedene Erscheinungsweisen (Sabellius: gr. prósōpa = »Gesichter«, lat. personae) annehme. Siehe auch Modalismus und Patripassianismus.

Satan
Der Teufel, ein erhabener Engel, der gegen Gott rebellierte und darum aus dem Himmel gestoßen wurde. Er wurde zum Anführer des Widerstandes gegen Gott und die himmlischen Heerscharen.

Säuglingstaufe
Siehe Kindertaufe.

Schicksal, ewiges
Der zukünftige Zustand des Menschen entweder im Himmel oder in der Hölle, entweder unter Gott Segen oder unter Gott Zorn und Strafe.

Schicksalsgemeinschaft des Menschengeschlechts
Die Tatsache, dass alle Menschen vom ersten Menschenpaar abstammen und daher die Folgen der Taten Adams tragen, namentlich der ersten Sünde im Garten Eden.

Schlange
Das Wesen, welches Eva im Garten Eden versuchte. Es wird gewöhnlich angesehen als eine Erscheinungsweise Satans, da der Begriff sonst in der Schrift auf diesen bezogen wird (Offb 12,9.14.15; 20,2).

Schöpfung, neue
Diese bezieht sich auf die Wiedergeburt des Gläubigen, aber auch auf die Wiederherstellung der gesamten Schöpfung.

Schrift
Die kanonischen Bücher des Alten und des Neuen Testaments.

Schrift, die Autorität der
Siehe Bibel, Autorität der.

Seele, kreatianistische Sicht vom Ursprung der
Siehe Kreatianismus.

Seele, traduzianistische Sicht vom Ursprung der
Siehe Traduzianismus.

Semi-Pelagianismus
Diese häretische Auffassung besagt, dass der Mensch trotz des Sündenfalls von sich aus Gott lieben, Buße tun, an ihn glauben und so rettend Gutes tun könne. Er sei aus sich heraus in der Lage, bis ans Ende im Glauben zu beharren. Er sei zwar wegen des Sündenfalls nicht gesund (ctr. Pelagius), aber auch nicht tot in Sünden (ctr. Augustinus), sondern nur beeinträchtigt. Siehe auch Pelagianismus und Arminianismus.

Seminalismus (auch: Realismus oder Augustinismus)
Ansicht, dass die ganze Menschheit physisch in Adam anwesend war, als er sündigte (von lat. semen = »Same«).

Sicherheit des Gläubigen, ewige
Die Lehre, dass der aus Gott (»von oben«) geborene Gläubige das Heil nie verlieren kann, sondern durch Gottes Macht und Gnade bewahrt bleibt bis zur endgültigen Errettung. Diese Lehre wird auch »das Beharren der Heiligen« genannt (lat. perseverantia sanctorum; vgl. engl. perseverance of the saints).

Sohnschaft
Angenommensein als Sohn. Siehe auch Adoption.

Soteriologie
Die Lehre vom Heil.

souveräner Wille
Siehe Wille, souveräner.

Souveränität Gottes
Gottes Unumschränktheit und Oberhoheit über alles, und sein bis ins letzte Detail gehendes Lenken aller Geschehnisse.

Sozinianismus
Ein auf Faustus Socinus (1539–1604) zurückgehendes häretisches Lehrsystem, welches Sittlichkeit betonte, doch die Gottheit Christi, die Prädestination, die göttliche Vorkenntnis und die Erbsünde leugnete. Das Sühneleiden Christi sei lediglich ein Vorbild, nicht ein Werk, das zur Genugtuung der Gerechtigkeit des Vaters getan worden sei.

spezielle Gnade
Siehe Gnade, spezielle.

stellvertretender Tod
Siehe Tod, stellvertretender.

Stellvertretung
Die Tatsache, dass jemand die Stelle eines anderen einnimmt.

Strafe, ewige
Die nie endende Strafe, welche nicht erlöste Menschen über dieses Leben hinaus erleiden werden.

Subordinatianismus, ontologischer
Irrlehre, die die ewige Zeugung des Sohnes durch den Vater so interpretiert, als sei der Sohn dem Vater ewig untergeordnet, und damit im Wesen – wenngleich als »göttlich« bezeichnet – nachrangig.

Sühnung
Jene Wirkung des Werkes Christi, welche einerseits den Zorn Gottes bedeckt und stillt (vgl. engl. propiation von lat. propitio = »Angenehmmachung, Geneigtmachung«), und andererseits die Sünde und Rebellion des Menschen bedeckt (vgl. engl. expiation von lat. expiatio = »Reinigung, Auslöschung, Befriedigung«), beides durch Jesu Blut (d. h. sein Sterben). Eine wichtige Heilsfolge der Sühnung ist die Versöhnung: die Herstellung der Gemeinschaft des Glaubenden mit Gott.

Sühnung, begrenzte
Die biblische Auffassung von der Sühnung (o. Sühne), dass Christus »für die ganze Welt« (1Joh 2,2), aber hinsichtlich der Sünden stellvertretend nur für die Seinen, d. h. für die Auserwählten, gestorben ist (1Joh 2,2; 4,10). Sie wird auch partikulare Sühnung genannt (vgl. engl. limited atonement). Siehe auch Sühnung, unbegrenzte.

Sühnung, Beispieltheorie der
Die unvollständige Sicht, dass Jesus in seinem sühnenden Leiden uns (lediglich) ein Beispiel (o. Vorbild) von Hingabe an den Vater hinterlassen habe, welches wir nachahmen sollen.

Sühnung, Genugtuungstheorie
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der Tod Christi ein Opfer gewesen sei, das der Ehre Gottes – welche durch das ihm von Menschen angetane Unrecht verletzt wurde – Genugtuung leisten sollte (vgl. engl. satisfaction theory).

Sühnung, Lösegeld-Theorie der
Die irrige Sicht der Sühnung, nach der Christus sein Blut vergossen habe als Lösegeld, das dem Satan bezahlt werden musste, um Menschen aus dessen Herrschaft loszukaufen (vgl. engl. ransom theory).

Sühnung, Regierungstheorie der
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der hauptsächliche Effekt des Todes Christi darin liege, dass er die Heiligkeit von Gottes Gesetz und den Ernst, es zu brechen, demonstriert habe.

Sühnung, stellvertretende
Die Sicht, dass der Sühnetod Christi zugunsten und an Stelle göttlich erwählter Sünder geschah.

Sühnung, Theorie von der moralisch wirkenden
Die unvollständige Sicht von der Sühnung, dass der Effekt des Todes Christi darin liege, zu demonstrieren, wie sehr Gott den Menschen liebt, um diesen zu bewegen, Gottes Angebot des Heils anzunehmen (vgl. engl. moral influence theory).

Sühnung, Theorie von der strafrechtlichen Stellvertretung der
Die Sicht von der Sühnung, nach welcher der Tod Christi ein Opfer war, das dargebracht wurde, um die Strafe für die Sünden des an Christus Glaubenden zu bezahlen. Es wird von Gott dem Vater angenommen als Genugtuung anstelle der Strafe, welche der an Christus Gläubige erleiden müsste (vgl. engl. penal substitution theory).

Sühnung, unbegrenzte
Die Lehre, dass Christus für alle Menschen gestorben sei, also gleichermaßen für Erwählte und Nichterwählte, Glaubende und Nichtglaubende.

Sünde Adams
Die erste Sünde Adams im Garten Eden; der Sündenfall, welcher weitreichende Folgen hatte für das Menschengeschlecht.

Sünde, lässliche
Im römisch-katholischen System Sünde, welche nicht den geistlichen Tod bewirkt. Lässliche Sünden werden zwar aus eigener Wahl begangen, aber nicht in der Absicht, Gott in allem zu trotzen, was man tut.

Sünde, unvergebbare
Die Lästerung des Heiligen Geistes, eine Sünde, die Jesus als »ewig« erklärte im Gegensatz zu Sünden, die vergeben werden können (Mt 12,31–32; Mk 3,28.29; Lk 12,10). Jesus machte diese Aussage, als die Pharisäer das Werk, das er in der Kraft des Heiligen Geistes getan hatte, dem Beelzebul zuschrieben.

Sündenfall
Die einleitende Sünde des Ungehorsams Adams und Evas, welche dazu führte, dass sie ihren Stand in der Gunst Gottes verloren (1Mo 3; vgl. lat. lapsus).

Sündenfall, wörtliche Auffassung des
Der Glaube, dass der Sündenfall in Zeit und Raum an zwei historischen Persönlichkeiten geschah.

Supralapsarismus
Die Sicht, dass die Beschlüsse Gottes (logisch) in folgender Abfolge geschahen: (1) gewisse Menschen zu retten und andere zu verdammen; (2) sowohl die Erwählten als auch die Verworfenen zu erschaffen; (3) den Sündenfall zuzulassen; (4) Heil nur für die Erwählten zu bereiten. Siehe auch Infralapsarismus.

Synergismus
Die Vorstellung, dass der Mensch mit Gott zusammenwirke bei gewissen Aspekten des Heils, besonders bei der Wiedergeburt, von der gesagt wird, sie geschehe durch ein Zusammenwirken von Gottes Hilfe und dem Glauben des Menschen.

Systematische Theologie
Siehe Theologie, systematische.

Tag des Herrn
Jener eschatologische Tag, an dem der Herr Jesus Christus seine Macht erweisen wird (Hebr. jôm JHWH, gr. hēméra kyríou, vgl. Apg 2,20, 1Thes 5,2; 2Pet 3,10 u. a.; nicht zu verwechseln mit dem «Herrentag«, dem Sonntag).

Taufe mit dem Heiligen Geist
Der Akt, durch den Jesus Christus seit Pfingsten jeden wahren Gläubigen im Augenblick der Errettung durch den Heiligen Geist in die Gemeinde eingliedert (1Kor 12,13).

Taufe, von Gläubigen (Glaubenstaufe, Gläubigentaufe; auch: Credobaptismus)
Taufe, welcher ein glaubwürdiges Bekenntnis des Glaubens [beim Täufling] vorausgehen muss.

Taufe, von Kindern (Kindertaufe, Säuglingstaufe; auch: Pädobaptismus)
Die Praxis, bei welcher Kinder (o. Säuglinge) getauft werden.

Taufwiedergeburt
Die unbiblische Auffassung, dass ein Mensch bei seiner Taufe mit Wasser wiedergeboren werde und damit das ewige Leben erhalte.

teleologischer Gottesbeweis
Siehe Gottesbeweis, teleologischer.

Theismus
Glaube an einen persönlichen Gott.

Theismus, offener
Diese Theologie verwirft die biblische Sicht, nach der Gott unwandelbar und allwissend ist, und behauptet, dass Gott wachse, Dinge entdecke, die er zuvor nicht gekannt habe, und seine Meinung ändere. Gott sei das Risiko eingegangen, Menschen zu erschaffen, deren Handlungen er nicht unfehlbar habe vorherwissen können (vgl. engl. open theism).

Theodizee
Die Verteidigung der Gerechtigkeit Gottes gegen die Anklage und den Tadel, die Anwesenheit des Bösen in der Schöpfung erweise ihn als ungerecht, ohnmächtig, als beides oder als nichtexistent (von gr. theós und díkē = »Gerichtsverhandlung gegen Gott« oder »Rechtfertigung Gottes«).

Theologie im engeren Sinn
Siehe Theologie, eigentliche.

Theologie, biblische
Die Anordnung theologischer Lehren nach deren Erscheinen in der Abfolge der biblischen Bücher, im Gegensatz zur thematischen Anordnung derselben. Die biblische Theologie strebt nicht danach, die biblischen Ausdrücke in zeitgemäße Form umzuschreiben.

Theologie, eigentliche (auch: Theologie im engeren Sinn)
Die Lehre von Gott (vgl. engl. theology proper).

Theologie, historische
Das Studium der chronologischen Entwicklung theologischer Wahrheiten; auf das Christentum bezogen, das Studium der Entwicklung der christlichen Theologie seit der biblischen Zeit bis heute (auch: Dogmengeschichte).

Theologie, natürliche
Eine ohne die besondere Offenbarung der Bibel entwickelte Theologie. Sie versucht, gewisse Elemente der Theologie allein aus der Erfahrung und der Vernunft zu demonstrieren.

Theologie, reformierte
Eine Theologie, welche die Souveränität Gottes hervorhebt, besonders bezüglich der Errettung; sie hält sich eng an eine theologische Tradition, welche aus der Zeit der Reformation (16. Jh.) stammt. Manchmal fasst man Kernpunkte daraus zusammen unter der Bezeichnung »Die Lehren der Gnade«.

Theologie, systematische
Die Disziplin, welche versucht, die Gesamtheit der biblischen Lehren in stimmiger Weise zu ordnen.

Theophanie
Eine sichtbare Erscheinung Gottes, besonders im Alten Testament.

theozentrisch
Etwas, das Gott als den höchsten Wert und Mittelpunkt hervorhebt.

Tod, erster
Der leibliche Tod, die Trennung von Leib und Seele/Geist.

Tod, ewiger
Die Endgültigkeit des geistlichen Todes; die bleibende Trennung des Sünders von Gott. Siehe Tod, zweiter.

Tod, geistlicher
Trennung von Gott. Der Zustand des Ungläubigen and damit jedes Menschen von Geburt an. Die Sünde bewirkt, dass er auf geistliche Dinge nicht reagiert (1Kor 2,14) und gänzlich unfähig ist, Gott zu gefallen (Röm 8,7.8). Er muss von Gott erweckt werden.

Tod, stellvertretender
Die Tatsache, dass Jesus Christus den Tod an Stelle der Erwählten erlitt.

Tod, zweiter
Der endgültige Zustand derer, welche sterben, ohne das von Gott dargebotene Heil empfangen zu haben. Der Ausdruck findet sich in Offb 2,11; 20,6.14; 21,8.

Todsünde
Sünde, welche den geistlichen Tod nach sich zieht. Gemäß römisch-katholischer Theologie lösche die Todsünde das Leben Gottes in der Seele aus, während lässliche Sünden jenes Leben lediglich schwächten. Bei der Todsünde handele es sich um ein bewusstes und entschlossenes Trotzen gegen Gott in allem, was einer tut, während bei lässlicher Sünde eine Spannung bestehe zwischen dem Fehlverhalten und der Person, die sie begeht.

totale Verderbtheit (auch: totale Verdorbenheit)
Die biblische Lehre, dass seit Adams Sündenfall das Wesen jedes Menschen (Jesus Christus ausgenommen) von der Sünde alles durchdringend verderbt ist: keiner seiner Gedanken, Worte oder Handlungen kann daher völlig rein sein. Es bedeutet indes nicht, dass jeder Mensch notwendigerweise so böse ist, wie es irgend möglich wäre (vgl. engl. total depravity).

Traduzianismus
Der Glaube, dass die Seele zusammen mit dem Leib bei der Zeugung durch die Eltern fortgepflanzt werde (von lat. traducere = »hinüberführen«). Siehe auch (ctr.) Kreatianismus.

Transsubstantiation
Römisch-katholische Auffassung, die behauptet, dass die Substanz der Elemente des Abendmahls im Augenblick der priesterlichen Segnung in den physischen Leib und das physische Blut Christi verwandelt werden. Siehe auch Konsubstantiation.

Transzendenz Gottes
Siehe Gottes Jenseitigkeit.

Trichotomie
Dreiteilung. Die Auffassung, dass der Mensch aus drei Teilen bestehe: aus Leib, Seele und Geist (von gr. trícha = »dreifach« und témnō = »schneiden«). Siehe auch Dichotomie.

Trinität
Die Tatsache, dass Gott einer ist und doch ewig in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Typus
Ein historisches Geschehen oder eine Person, das bzw. die in einer bestimmten Weise ein späteres Geschehen oder eine spätere Person symbolisiert oder vorwegnimmt (von gr. týpos = »Urbild«, »Vorbild«; siehe den Gebrauch des Wortes in diesem Sinn in Röm 5,14 und 1Kor 10,6).

Unbegreifbarkeit Gottes
Siehe Gottes Unbegreifbarkeit.

Unfehlbarkeit (auch: Infallibilität)
Die Auffassung, dass die Bibel in ihren Absichten nicht fehlschlagen kann.

ungerecht
Wer nicht gerechtfertigt worden ist und keine Vergebung erlangt hat.

ungerettet
Jene, die noch in ihren Sünden und daher getrennt von Gott sind.

Ungläubiger
Aus christlicher Sicht der Nicht-Christ, der nicht wiedergeborene Mensch.

Unitarismus
Der Irrglaube, dass Gott nur eine Person sei.

Universalismus
Siehe Allversöhnung.

Unsterblichkeit, bedingte
Eine Variante des Annihilationismus (o. Vernichtungslehre), wonach die Unsterblichkeit eine besondere Gabe an die Gläubigen sei, während die Ungläubigen ganz einfach aufhörten zu existieren.

Unterordnung, funktionale
Die Tatsache, dass der menschgewordene Christus, die zweite Person der Trinität, der nie aufhörte, dem Vater gleich zu sein, sich selbst in all seinem Tun dem Vater unterordnete.

Unumschränktheit Gottes
Siehe Souveränität Gottes

Unwandelbarkeit, Gottes
Siehe Gottes Unwandelbarkeit.

unwiderstehliche Gnade
Siehe Gnade, unwiderstehliche.

Verbalinspiration
Siehe Inspiration, verbale.

Verdorbenheit, totale
Siehe totale Verderbtheit.

verherrlichter Leib
Siehe Leib, verherrlichter.

Verherrlichung
Der letzte Schritt im Prozess der Errettung. Sie beinhaltet die Vollendung der Heiligung und die Befreiung von allen geistlichen Mängeln.

Vernichtungslehre
Siehe Annihilationismus.

verordnender Wille Gottes
Siehe Wille Gottes, verordnender.

Verordnung Gottes
Der göttliche Beschluss, der, in der Ewigkeit gefasst, alles in der Zeit Geschehende gewiss macht (vgl. engl. decree of God).

Verschriftung (auch: Inskripturation)
Gottes Maßnahme, seine Offenbarung dadurch zu erhalten, dass er sie durch Inspiration des Heiligen Geistes niederschreiben ließ.

Versiegelung mit dem Heiligen Geist
Die Tatsache, dass Gott den Gläubigen mit dem Heiligen Geist als ewiges Eigentum markiert (Eph 1,13).

Versöhnung
Das Zusammenbringen zweier ehemals entfremdeten oder verfeindeten Parteien, mit dem Ergebnis von Frieden und Gemeinschaft.

Versöhnungstag, Großer
Der Tag in jedem Jahr, an dem im Alten Testament der Hohepriester Sühnung wirkte für die Sünden des Volkes (3Mo 16).

verweslicher Leib
Siehe Leib, verweslicher.

volle (vollständige) Inspiration
Siehe Inspiration, volle.

Vollkommenheit Gottes
Siehe Gottes Vollkommenheit.

Vollkommenheiten Gottes
Die Merkmale, Eigenschaften, Attribute oder Qualitäten Gottes, die ihn als den erweisen, der er ist. Die Vollkommenheiten Gottes sind ewig untrennbar mit seinem Wesen verbunden.

Vollkommenheiten Gottes, mitteilbare
Jene Eigenschaften Gottes, von denen entsprechende Eigenschaften sich in der menschlichen Natur finden können.

Vollkommenheiten Gottes, nicht mitteilbare
Jene Eigenschaften Gottes, von denen sich keine entsprechenden Eigenschaften in der menschlichen Natur finden können.

vorlaufende Gnade
Siehe Gnade, vorlaufende.

vorschreibender Wille Gottes
Siehe Wille Gottes, vorschreibender.

Vorsehung, göttliche
Gottes Fürsorge für die Schöpfung, in welcher er sie erhält und sie mit vollkommener Sorgfalt führt bis zum von ihm bestimmten Ziel.

Wahrheit, propositionale
Ein in einem Aussagesatz ausgedrückter, wahrer Sachverhalt. Propositionen haben als wichtigste Eigenschaft, dass sie einen Wahrheitswert annehmen, d. h. wahr oder falsch sein können (von lat. propositio = »Thema, Satz« [als Informationseinheit]).

Weltanschauung
Eine Zusammenfassung aller wesentlichen Annahmen, welche die Sicht eines Menschen von der Wirklichkeit ausmachen.

Werk Christi
Der Dienst Christi, speziell in seinem Leben und Sterben für die Errettung (Joh 17,4; 1Pet 2,21–25).

Wiedergeburt
Das Werk des Heiligen Geistes, bei dem er im Sünder neues Leben erschafft, wodurch dieser Buße tut und zum Glauben an Christus kommt.

Wille Gottes, dekretiver
Siehe Wille Gottes, verordnender.

Wille Gottes, präzeptiver
Siehe Wille Gottes, vorschreibender.

Wille Gottes, verordnender (auch: beschließender/dekretiver Wille Gottes)
Gottes verordnender Wille ist die Vollkommenheit, die in tatsächlichen Ereignissen resultiert, seine Entscheidungen, die alles, was geschieht, Wirklichkeit werden lassen (vgl. engl. decretive will of God; lat. voluntas beneplaciti).

Wille Gottes, vorschreibender (auch: präzeptiver Wille Gottes)
Gottes Vorschriften für das Verhalten des Menschen im Gesetz und im Evangelium. Der präzeptive Wille offenbart nicht, was Gott tun wird, sondern, was er von den Menschen verlangt, daher wird er auch Gottes »geoffenbarter« oder »bezeichneter« Wille genannt (vgl. engl. preceptive will of God; lat. voluntas signi).

Wille, souveräner
Die Tatsache, dass Gottes Wählen und Beschließen in keiner Weise von Faktoren außerhalb von ihm genötigt werden; auch Gottes Recht zu wählen, ohne dass er irgend jemandem außer sich selbst Rechenschaft schuldet.

wirksame Gnade
Siehe Gnade, wirksame.

wirksamer Ruf
Siehe Ruf, wirksamer.

Wort Gottes
Die Botschaft, die von Gott kam. Die Schreiber des Neuen Testaments und Jesus Christus bezeichnen das Alte Testament als das Wort Gottes (siehe Joh 10,35). Die gesamte Bibel nennen wir heute das Wort Gottes.

Zeugung, ewige
Der ewige, notwendige und selbstdifferenzierende Akt Gottes, des Vaters, durch den er die persönliche Wesenheit des Sohnes zeugt und damit dem Sohn das vollständige göttliche Wesen mitteilt.

Zorn Gottes
Gottes Missfallen und Hass gegenüber allem Bösen, zusammen mit seiner Absicht, es zu strafen.

Zurechnung (auch: Imputation)
Die richterliche (o. forensische) Übertragung der Sünde oder Gerechtigkeit einer Person auf eine andere. Entweder die Rechtfertigung des Gläubigen auf der Grundlage der Gerechtigkeit Christi oder die Verdammung des Ungläubigen auf der Grundlage der Sünde Adams.

Zurechnung der Gerechtigkeit Christi
Gottes Akt, bei dem er die Gerechtigkeit Christi dem Sünder gutschreibt, wenn dieser sein Vertrauen allein auf Christus setzt, dass der ihn rette (siehe Rechtfertigung).

zweiter Tod
Siehe Tod, zweiter.

Zwischenzustand
Der Zustand des Menschen zwischen dem Tod und der Auferstehung.